Deutschland droht Erwärmung um 4,6 Grad

Das geht aus Modellrechnungen der Nichtregierungsorganisation Berkeley Earth hervor. Diese hat Projektionen für die einzelnen Staaten veröffentlicht. Demnach droht Deutschland eine Erwärmung um 4,6 Grad Celsius bis zum Jahr 2100, falls bis 2050 der CO2-Ausstoß nur stabilisiert und die Klimaneutralität erst zum Jahrhundertende erreicht wird.

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Während die globale Durchschnittstemperatur dann um 2,7 Grad höher liegen soll, läge der Anstieg in Deutschland fast zwei Grad darüber. Schon jetzt liegen die Durchschnittstemperaturen in Deutschland 2,3 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Weltweit sind es bislang 1,3 Grad. Der Projektion zufolge stabilisiert sich in Deutschland die Erwärmung auf 3 Grad Celsius, falls der Ausstoß von CO2 schnell gesenkt und die Klimaneutralität schon 2080 erreicht wird.

Ob sich die Weltgemeinschaft in Glasgow tatsächlich auf eine radikale Senkung der CO2-Emissionen einigen kann, ist aber fraglich. Umweltverbände und auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatten vorab kritisiert, dass viele Staaten in den zwei Jahren seit der jüngsten UN-Konferenz in Madrid ihre Pläne zum Klimaschutz nicht ausreichend verschärft und den notwendigen raschen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas verschleppt haben.

Johnson warnt vor Absturz der Zivilisation

Der britische Premierminister Boris Johnson als Gastgeber der Konferenz kritisierte vorab die krassen Defizite im Kampf gegen die Erderwärmung. "Die Menschheit als Ganzes liegt zur Halbzeit 1:5 hinten", sagte Johnson am Samstag. "Wir haben die Möglichkeit auszugleichen, die Position zu retten, zurückzukommen - aber es wird eine Menge Kraft kosten", sagte er dem Guardian zufolge.

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Mit Blick auf die unzureichenden Zusagen der allermeisten Staaten zum Klimaschutz verwies Johnson auf die Geschichte. "Wenn etwas schiefgeht, kann es mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit schief gehen", sagte er. "Das hat man beim Fall des Römischen Reichs gesehen, und ich fürchte, dass wir auch einen Absturz unserer Zivilisation, unserer Welt sehen könnten, falls wir es nicht schaffen, den Klimawandel zu bekämpfen."

G20-Gipfel ohne konkrete Maßnahmen

Ein eher schwaches Signal dürfte bereits vom Treffen der großen Wirtschaftsmächte (G20) in Rom ausgehen. Im Abschlusskommuniqué des G20-Gipfels sehen sich Staaten weiter den Zielen der Pariser Klimakonferenz von 2015 verpflichtet, die Erderwärmung "deutlich unter zwei Grad zu halten und Bemühungen zu verfolgen, sie auf 1,5 Grad zu begrenzen". Unklar blieb hingegen nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa, welche konkreten Maßnahmen die G20-Gruppe ergreifen will, um diese Ziele auch zu erfüllen.

Ein jüngster Entwurf des Kommuniqués, der der dpa vorliegt, hatte ursprünglich angestrebte Zielvorgaben und konkrete Zusagen deutlich verwässert. Es gab darin nicht einmal eine Einigung auf "sofortiges Handeln", wie es in einem früheren Text noch geheißen hatte. Bei der Kohlendioxidneutralität gab es auch keine Fortschritte. War ursprünglich 2050 als Zieldatum angestrebt worden, war in dem Entwurf allgemeiner von "Mitte des Jahrhunderts" die Rede.

Aktivisten hatten eigentlich auf ein "starkes Signal" der G20 für die Weltklimakonferenz gehofft, die am Sonntag in Glasgow begann. Der Gruppe der Wirtschaftsmächte kommt eine wichtige Rolle zu, weil sie für rund 80 Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich ist.

Klimaexperte Jan Kowalzig von Oxfam zeigte sich von der Erklärung der G20 wenig beeindruckt. Sie sei "kein Fortschritt gegenüber Paris". Eine Umsetzung des 1,5 Grad-Zieles erfordere auch eine "sofortige Nachbesserung der gerade erst überarbeiteten, aber insgesamt immer noch viel zu schwachen Klimaziele der Länder unter dem Abkommen".

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 UN-Klimakonferenz startet: Letzter Aufruf für die Weltgemeinschaft
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aPollO2k 01. Nov 2021

das ist auch schönrechnen. Die ganze Region lebt hier vom Kohlestrom. Nicht nur die 20...

oldmcdonald 01. Nov 2021

In der TAZ stand heute treffend: Während diese in ihren Ergebnissen vermutlich sehr mager...

oldmcdonald 01. Nov 2021

Ja Ja Das Problem ist wohl eher, dass das PIK in der Vergangenheit nicht alarmistisch...

gelöscht 01. Nov 2021

Das kann passieren, ja.



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