Umweltzerstörung: Schäden durch Plastikmüll im Meer könnten unumkehrbar sein

Jedes Jahr gelangen Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. Eine aktuelle Studie warnt vor den Folgen für die Umwelt.

Artikel veröffentlicht am ,
Verdreckter Strand in Indien: Plastikmüll in mehr als 2.600 Tier- und Pflanzenarten
Verdreckter Strand in Indien: Plastikmüll in mehr als 2.600 Tier- und Pflanzenarten (Bild: Punit Paranjpe/AFP via Getty Image)

Initiativen, die Plastikmüll aus den Ozeanen entfernen wollen, gibt es einige, wie etwa The Seacleaners. Eine aktuelle Studie zeigt, dass das dringend nötig ist. Das Plastik im Meer hat immense Auswirkungen auf die Umwelt.

Stellenmarkt
  1. Systemadministrator*in (m/w/d)
    Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  2. IT-Systemadministrator (m/w/d) für Projekte und Infrastruktur
    Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg, Bamberg
Detailsuche

Laut einer Erhebung aus dem Jahr 2016 gelangen jährlich zwischen 9 und 23 Millionen Tonnen Plastik ins Meer. Bis 2025 könnte sich die Menge verdoppeln. Es gibt aber nur wenige Stellen, an denen es möglich ist, den Müll wieder zu entfernen, etwa an gut zugänglichen Stränden. Das übrige Plastik verbleibt im Wasser.

Plastik sei ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft und gelangt überall in die Umwelt, selbst in Ländern mit einer guten Infrastruktur für die Abfallbeseitigung, sagte Matthew MacLeod von der Universität Stockholm.

Er ist der Hauptautor einer Studie zu bekannten und denkbaren Gefahren der Plastikverschmutzung, die in der Fachzeitschrift Science erschienen ist. Sie kommt zu dem Schluss, dass Plastikmüll eine globale Bedrohung darstellen kann und dass Maßnahmen zur drastischen Reduzierung dringend notwendig sind.

Plastik lagert sich überall ab

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Plastik wirkt auf vielfältige Weise. Wo es nicht entfernt werde, entstünden Mikro- und Nanoplastikpartikel und Chemikalien würden ausgewaschen, sagte Annika Jahnke von der RWTH in Aachen. "Das Problem in den Ozeanen ist, dass sich Plastikabfall an jenen Stellen ablagert, die für den Menschen kaum erreichbar sind: in tiefen Wasserschichten der offenen Ozeane, am Meeresboden oder an abgelegenen Küsten. Dort kann Plastik kaum mehr entfernt werden."

So gelangt es beispielsweise in Lebewesen: "Forscherinnen und Forscher konnten Plastikmüll in mehr als 2.600 Tier- und Pflanzenarten sowie Mikroorganismen nachweisen. In Hunderten von Studien sind die negativen Auswirkungen auf Meeresorganismen etwa zur Toxizität, Sterblichkeit, zu Verhaltensänderungen, zur Mobilität oder zum Sauerstoffverbrauch beschrieben", sagte Mine Tekman vom Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Das AWI unterhält das Webangebot Litterbase, das zeigt, wie stark die Meere aktuell belastet sind.

Plastikmüll kann den Klimawandel beschleunigen

Das Plastik kann laut der Studie auch den Klimawandel beschleunigen: Die Partikel in den oberen Meeresschichten können das Wachstum von Blaualgen und Phytoplankton beeinträchtigen. Diese binden Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre. Gibt es weniger der Organismen, wird weniger Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre gebunden und es gelangen weniger Nährstoffe in die Tiefsee.

Meeresschutz: Von der Rettung des blauen Planeten (Politische Ökologie)

Ein großes Problem ist die Langlebigkeit von Kunststoff. Das gilt vor allem, wenn das Plastik erst einmal auf den Meeresboden gesunken ist. "In der dunklen und kalten Tiefsee wird Plastik nur extrem langsam verwittern", sagte Jahnke.

Die Ozeane seien ohnehin schon stark belastet durch Temperaturanstieg, Versauerung oder Überfischung, warnen die Forscher. Das Plastik trage weiter dazu bei, indem durch Verwitterung immer kleinere Plastikteilchen erzeugt und Chemikalien freigesetzt würden. Diese könnten toxische Effekte hervorrufen, die sich dann nicht mehr rückgängig machen ließen, betonte Jahnke. "Lässt sich diese Emission nicht drastisch reduzieren, könnte bei der globalen Plastikverschmutzung bald ein Kipppunkt erreicht werden."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
DSGVO
Amazon bekommt 746 Millionen Euro Datenschutz-Strafe

Die Strafe gegen Amazon ist die wohl größte jemals von einer europäischen Datenschutzbehörde verhängte Summe. Die Kläger freuen sich.

DSGVO: Amazon bekommt 746 Millionen Euro Datenschutz-Strafe
Artikel
  1. Blue Origin: Bezos-Beschwerde zu Mondlandefähre abgelehnt
    Blue Origin
    Bezos-Beschwerde zu Mondlandefähre abgelehnt

    Damit Blue Origin doch noch den Auftrag für eine Mondlandefähre bekommt, hat Jeff Bezos Geld geboten und sich offiziell beschwert. Es half nichts.

  2. Black Widow: Scarlett Johansson verklagt Disney
    Black Widow
    Scarlett Johansson verklagt Disney

    Scarlett Johansson hat wegen des Veröffentlichungsmodells von Black Widow Klage eingereicht. Disney nennt das Verhalten "herzlos".

  3. VW ID.4 im Test: Schön brav
    VW ID.4 im Test
    Schön brav

    Eine Rakete ist der ID.4 nicht. Dafür bietet das neue E-Auto von VW viel Platz, hält Spur und Geschwindigkeit - und einmal geht es sogar sportlich in die Kurve.
    Ein Test von Werner Pluta

Kleba 19. Jul 2021 / Themenstart

Stimmt, nämlich durch den Müll den wir (DE / Europa) da hin exportieren. Bis vor 2 - 3...

googie 12. Jul 2021 / Themenstart

dir ist schon klar, dass der Müll dann das wohl kleiner Problem wäre? So zerstört man ja...

googie 12. Jul 2021 / Themenstart

Was soll eigentlich dieser bullshit so von wegen "die Inder sind viel mehr und...

no one 10. Jul 2021 / Themenstart

Und genau darauf muss es einen gesetzlichen Anspruch geben. Ein menschenwürdiges Leben...

Tiles 10. Jul 2021 / Themenstart

Plastiktüten sind nicht das grosse Problem. Nur ein Teil davon. Der grösste Teil macht...

Kommentieren



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Viewsonic XG270QG (WQHD, 165 Hz) 549,99€ • Mega-Marken-Sparen bei MediaMarkt (u. a. Razer) • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Gigabyte X570 AORUS Master 278,98€ + 30€ Cashback • Alternate (u. a. AKRacing Core EX-Wide SE 248,99€) • MMOGA (u. a. Fallout 4 GOTY 9,99€) [Werbung]
    •  /