Umweltschutz: Schifffahrtsamt will Abgasverstöße mit Drohnen verfolgen

Das BSH will Drohnen einsetzen, um den Schwefelgehalt in Abgasen von Schiffen zu messen und Küstengewässer zu kartieren. Wegen Corona allerdings später als geplant.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Passagierschiff Queen Mary 2: Schwefeldioxidkonzentration in der Luft 50 bis 70 Prozent geringer als 2014
Passagierschiff Queen Mary 2: Schwefeldioxidkonzentration in der Luft 50 bis 70 Prozent geringer als 2014 (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Seit einigen Jahren dürfen Schiffe vor den deutschen Küsten nur noch Treibstoffe mit einem sehr geringen Schwefelgehalt verbrennen. Ein Projekt zur Überwachung der Umweltvorschriften musste jedoch verschoben werden, wie die Bundesregierung mitgeteilt hat. Grund ist die Covid-19-Pandemie.

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Seit Anfang 2015 dürfen die Schiffe auf der Nord- und der Ostsee nur noch Kraftstoffe einem einem Schwefelanteil von 0,1 Prozent verbrennen. Um zu überwachen, dass dieser Grenzwert eingehalten wird, baut das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) an den deutschen Küsten ein Abgasmessnetz auf. Zusätzlich will das in Hamburg ansässige Amt dafür Drohnen einsetzen. Diese sollen außer der Messung von Schwefelemissionen noch weitere, nämlich hydrographische Aufgaben übernehmen, etwa Watt- und Flachwassergebiete zu vermessen.

Der Start des Projekts war für das Frühjahr vorgesehen. Doch wegen der Coronakrise wurde es erst einmal verschoben. Das gehe aus der Antwort des Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke hervor, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Der Nachrichtenagentur liegt die Antwort des Verkehrsministeriums nach eigene Angaben vor.

"Gegen eine zivile Nutzung von Drohnen hat unsere Fraktion grundsätzlich nichts einzuwenden", sagte der Linken-Abgeordnete Andrej Hunko der dpa. So könnten Drohnen bei der Verfolgung von Umweltverschmutzung eine wichtige Rolle spielen. Die europäischen Meere dürften aber nicht zu "Drohnenteststrecken" der Rüstungsindustrie werden.

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Das Projekt ist auf drei Monate angelegt. Das BSH hat es im Januar bei der zuständigen Stelle, der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs in Brüssel, beantragt. Ein neuer Starttermin ist nach der Verschiebung noch nicht bekannt.

Schiffe emittieren Feinstaub und andere Schadstoffe

Schiffe tragen nicht unerheblich zur Luftverschmutzung bei. Grund ist, dass sie ihre Maschinen auf See lange mit Schweröl betrieben haben, einem Rückstandsprodukt der Rohölverarbeitung, das einen hohen Anteil an Schwefel und anderen Schadstoffen aufweist. Ohne Filteranlagen, die nur auf wenigen Schiffen installiert sind, werden große Mengen an Feinstaub, Ruß, Schwefeloxiden und Stickoxiden emittiert.

Seit Anfang dieses Jahres ist das nicht mehr erlaubt: Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organization, IMO) der Vereinten Nationen hat den Schwefelgehalt auf 0,5 Prozent begrenzt. Vorher lag die Obergrenze bei 3,5 Prozent. Bis 2050 müssen die Schiffsemissionen um mindestens die Hälfte gegenüber den Werten aus dem Jahr 2008 gesenkt werden.

In deutschen Gewässern gelten strengere Regeln: Seit 2015 darf der Treibstoff nur noch 0,1 Prozent Schwefel enthalten. Das hat Folgen: Seit 2018 haben die BSH-Messstationen in Bremerhaven, Kiel und Wedel bei Hamburg über 19.000 Abgasfahnen analysiert. Dabei seien bei über 99 Prozent der überprüften Schiffe "keine auffällig hohen Schwefelemissionen gemessen" worden, teilte das BSH Ende Januar mit. Deshalb sei die Schwefeldioxidkonzentration in der Atmosphäre im Vergleich zu 2014 um 50 bis 70 Prozent gesunken.

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