Umweltschutz: Schnellere Klimaneutralität erfordert große Anstrengungen

Eine Studie zeigt, was getan werden muss, damit Deutschland schon 2045 keine Klimagase mehr produziert. Es ist möglich, erforderlich sind aber gigantische Investitionen in erneuerbare Energien.

Ein Bericht von Wolfgang Kempkens veröffentlicht am
Windrad vor Kühltürmen: Das Kabinett hat am 12. Mai 2021 ein neues Klimaschutzgesetz verabschiedet.
Windrad vor Kühltürmen: Das Kabinett hat am 12. Mai 2021 ein neues Klimaschutzgesetz verabschiedet. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

2045 rollen außer zig Millionen Elektroautos nur noch ein paar Oldtimer und ausländische Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor über Deutschlands Straßen. Geheizt wird elektrisch mit Wärmepumpen, Stahl mithilfe von Wasserstoff gekocht. Die chemische Industrie bezieht ihren Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid aus der Luft. In Brennstoffzellen sowie Gas-und-Dampfkraftwerken wird Wasserstoff eingesetzt, um die oft riesigen Lücken in der Stromversorgung zu überbrücken, die das Wetter verursacht.

Inhalt:
  1. Umweltschutz: Schnellere Klimaneutralität erfordert große Anstrengungen
  2. Wasserstoff für eine sichere Stromversorgung

So stellen sich die Basler Prognos AG, das Freiburger Öko-Institut und das Wuppertal Institut das Land vor. Das eigentlich für 2050 anvisierte Ziel der Bundesregierung, Deutschland zu einem emissionsfreien Land zu machen, könne schon fünf Jahre früher erreicht werden, heißt es in einer Studie (PDF), die die Institute im Auftrag von Stiftung Klimaneutralität, Agora Energiewende und Agora Verkehrswende erstellt haben.

Dieser Meinung schlossen sich am 5. Mai auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Vizekanzler Olaf Scholz, beide SPD, an und fügten dieses Ziel in ein Eckpunktepapier für ein neues Klimaschutzgesetz ein. Am 12. Mai wurde es vom Kabinett verabschiedet.

Wasserstoff aus Nordafrika, Chile und Australien

Um das zu schaffen, müsse Deutschland massiv in den Ausbau von Wind- und Solarenergie investieren, heißt es in der Studie. 2045 müssten es 385 Gigawatt (solar) und 215 Gigawatt (Wind) sein. Heute sind es jeweils 55 Gigawatt. Der Stromverbrauch wird sich der Studie zufolge im Vergleich zu heute auf etwa 1.000 Terawattstunden pro Jahr nahezu verdoppeln.

Nur ein Teil davon wird genutzt, um den dann wichtigsten Energieträger Wasserstoff herzustellen. 265 Millionen Tonnen dieses leichtesten aller Gase wird Deutschland dann verbrauchen, eine Menge, die bei Weitem nicht im Inland produziert werden kann. Mit 169 Millionen Tonnen, so die Studie, muss der größte Teil davon aus sonnen- und windreichen Ländern wie Nordafrika, Chile und Australien importiert werden.

2032 kommt das Aus für Verbrennungsmotoren

Die Studie geht davon aus, dass ab 2032 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Pkw sollen ihren Strom aus Batterien beziehen, Lkw, Busse und Bahnen aus Oberleitungen, Brennstoffzellen oder ebenfalls aus Batterien. Für Schiffe und Flugzeuge sind synthetische Treibstoffe vorgesehen, die aus Wasserstoff und Kohlendioxid aus der Luft hergestellt werden.

Der größte Teil davon soll ebenfalls importiert werden.

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Wasserstoff für eine sichere Stromversorgung 
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captain_spaulding 25. Mai 2021

Weils so weniger effizient ist. Und wenn möglich nimmt man eben den effizienteren Weg.

Lachser 24. Mai 2021

--------------------------------------------------------------------------------Mir geht...

smonkey 21. Mai 2021

Alleine in Deutschland, fernab des Äquators, würden 2 - 2,5% der Gesamtfläche für eine...

John2k 21. Mai 2021

Gesunder Menschenverstand. Es gibt notwendiges, um die Funktion als solches zu erfüllen...



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