Umweltschutz: Hausmüllverbrennung macht Ewigkeitschemikalien den Garaus
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) werden wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in vielen Produkten eingesetzt – etwa in beschichteten Pfannen, Regenkleidung, Backpapier oder Pizzakartons. Auch bei der Chipherstellung werden sie verwendet.
Diese Substanzen haben allerdings einen sehr großen Nachteil: Sie sind extrem langlebig, in der Natur kaum abbaubar und reichern sich im Grundwasser und in Böden an. Viele von ihnen sind hochgiftig, vor allem für die Entwicklung von Kindern.
Ein Team des Instituts für Technische Chemie(öffnet im neuen Fenster) (ITC) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat untersucht, ob PFAS aus dem Hausmüll in die Umwelt gelangen. Dafür hat das Team um Hans-Joachim Gehrmann in der KIT-eigenen Brennkammer mit Dampfkessel (Brenda) Fluorpolymere verbrannt. Dabei wurden Proben an mehreren Stellen des Verbrennungsprozesses entnommen und anschließend die PFAS-Konzentrationen im Waschwasser, in der Asche und im Abgas gemessen.
Zwei Verbrennungstemperaturen wurden getestet
Die Versuche sollten klären, bei welchen Verbrennungstemperaturen und -bedingungen eine möglichst vollständige Zerstörung der PFAS erreicht werden kann. Getestet wurden unter zwei unterschiedliche Temperaturbedingungen: bei 860 Grad Celsius, der Temperatur, bei der nach europäischen Standards Hausmüll verbrannt wird, und 1.095 Grad Celsius, wie bei der Verbrennung von gefährlichem Abfall.
"Wir konnten zeigen, dass bei Verbrennungsbedingungen von 860 Grad Celsius und zwei Sekunden Verweilzeit ein fluorbezogener Abbaugrad von mehr als 99,99 Prozent erreicht werden kann" , resümierte Gehrmann(öffnet im neuen Fenster) . "Das bedeutet, dass unter Bedingungen wie in einer Hausmüllverbrennung eine nahezu vollständige Mineralisierung der Fluorpolymere erreicht wurde."
Bei bei 1.095 Grad Celsius habe sich der Abbaugrad nicht signifikant erhöht, sagte Gehrmann. "Das legt nahe, dass eine höhere Temperatur keinen wesentlichen Einfluss auf die Mineralisierung der Fluorpolymere hat." Die Ergebnisse hat das Team in der Fachzeitschrift Chemosphere veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) .
"Die Ergebnisse sind eine gute Nachricht für eine quasi restlose Entsorgung von Fluorpolymeren über die Hausmüllverbrennung nach europäischen Standards" , sagte Gehrmann. "Allerdings gelangen PFAS auch auf anderen Wegen in die Umwelt, die noch untersucht und bewertet werden müssen."
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