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Umweltschutz: Deutschland sammelt zu wenig Elektroschrott

Deutschland hat die EU-Mindestsammelquote für Elektroschrott deutlich verfehlt. Das neue Elektronikgerätegesetz soll ab 2022 helfen.
/ Tobias Költzsch
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Ein Haufen Elektroschrott (Bild: Pixabay)
Ein Haufen Elektroschrott Bild: Pixabay / Pixabay-Lizenz

2019 wurden in Deutschland 947.067 Tonnen Elektroschrott gesammelt, was einer Sammelquote von 44,3 Prozent entspricht. Das ist deutlich weniger als die in allen EU-Ländern geltende Minimalquote von 65 Prozent, wie das Umweltbundesamt meldet(öffnet im neuen Fenster) .

Für eine Sammelquote von 65 Prozent hätten rund 443.000 Tonnen Elektroschrott mehr gesammelt werden müssen. Untersuchungen haben dem Umweltbundesamt zufolge gezeigt, dass Verbraucher immer noch nicht ausreichend über Entsorgungsmöglichkeiten informiert seien. Zudem sei vielen oft nicht klar, dass ihre Geräte zu einer Elektroschrottsammelstelle gebracht werden müssen.

Besonders Kleingeräte wie elektrische Zahnbürsten oder Wecker würden vielerorts häufig noch im Hausmüll entsorgt oder bleiben in Schubladen liegen. Großgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke hingegen werden oftmals von nicht zertifizierten Schrottsammlern abgeholt, die die Geräte dann nicht ordnungsgemäß recyceln. Das Umweltbundesamt will diese illegalen Entsorgungswege in Zukunft untersuchen, um Maßnahmen dagegen zu entwickeln.

Menge an zu recycelnden Geräten nimmt zu

Gleichzeitig nimmt die Menge an Elektrogeräten weiter zu. 2019 wurden 2,9 Tonnen mehr Geräte gezählt, was einem Anstieg um 60 Prozent gegenüber 2013 entspricht. Verglichen mit früheren Jahren ist allerdings auch der Anwendungsbereich des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) erweitert worden.

Das ElektroG soll ab 2022 dafür sorgen, dass mehr Elektroaltgeräte gesammelt werden. Die am 1. Januar 2022 in Kraft stehende Novelle sieht beispielsweise vor, dass ab 1. Juli 2022 auch Lebensmittelhändler Altgeräte zurücknehmen müssen , wenn sie regelmäßig Neugeräte verkaufen und die Ladenfläche 800 m² übersteigt. Das trifft auf zahlreiche Supermärkte und Discounter in Deutschland zu.


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