Umweltschutz: China setzt auf den Verbrennungsmotor
In China rollen zwar mehr Elektrofahrzeuge mit zwei und vier Rädern über die Straßen als anderswo in der Welt. Doch der Verbrennungsmotor wird dort keineswegs zum alten Eisen, im Gegenteil: Er soll künftig mit weniger Emissionen unterwegs sein als Elektroautos, die, wenn man den Lebenszyklus betrachtet, in Deutschland im Durchschnitt 162 Gramm Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Kilometer emittieren, so das Bundesumweltministerium.
Der Trick der Chinesen: Der neu konstruierte Motor des Herstellers Geely, zu dem auch Volvo gehört, wird mit Methanol angetrieben, einem Alkohol. Dieser wiederum soll aus emissionsfrei hergestelltem Wasserstoff und CO2 aus der Luft gewonnen werden. Damit betriebene Fahrzeuge emittieren zwar CO2, doch nur so viel, wie bei der Methanolherstellung aus der Luft entfernt worden ist. Das erste Fahrzeug dieser Art ist die Limousine Emgrand EC7, die allerdings neben dem Methanolmotor auch über einen elektrischen Antrieb verfügt.
Nutzung von Kokereiabgasen
Lupenrein umweltverträglich ist die Lösung, die China jetzt gewählt hat, allerdings nicht. Das Methanol wird aus CO2 und Wasserstoff hergestellt, der bei der Koksproduktion in der chinesischen Stadt Anyang anfällt. In der benachbarten Shunli-Anlage(öffnet im neuen Fenster), die in diesem Quartal den Betrieb aufnehmen soll, wird das Abgas, das bisher einfach in die Atmosphäre entlassen wird, aufbereitet, sodass es zur Methanolproduktion genutzt werden kann. China sieht dieses Verfahren dennoch als Beitrag zum Umweltschutz, weil das CO2 aus der Koksherstellung nicht sinnlos verpufft, sondern verwendet wird.
Know-how aus Island für China
Die Methanolfabrik baut, finanziert von Geely und zwei anderen chinesischen Unternehmen, Carbon Recycling International (CRI) aus Island, das als erstes flüssige Treibstoffe aus CO2 und Wasserstoff im industriellen Maßstab hergestellt hat und seine Technik jetzt weltweit anbietet. Geely ist das erste Unternehmen, das angebissen hat. Eine weitere Anlage baut CRI im petrochemischen Komplex in Lianyungang an Chinas Ostküste.
CRI produziert in seinem Heimatland Wasserstoff mit dort im Überfluss vorhandener Wasserkraft sowie Geothermie. Dabei wird Erdwärme genutzt, um Strom zu erzeugen. Das für die Methanolherstellung nötige CO2 bezieht die George Olah Renewable Methanol-Anlage aus einem Geothermiekraftwerk.
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