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Umweltbundesamt: Erneuerbare Energie wächst überall, Windkraft macht Sorgen

Vor allem die Wärmewende hat sich laut neuester Zahlen des Umweltbundesamts deutlich beschleunigt. Die Entwicklung verläuft aber nicht unbedingt nach Plan.
/ Mario Petzold
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Vor allem die Zubauraten bei Photovoltaik sind hoch. (Bild: Getty Images/Sean Gallup)
Vor allem die Zubauraten bei Photovoltaik sind hoch. Bild: Getty Images/Sean Gallup

Im ersten Halbjahr 2026 stammten laut Umweltbundesamt(öffnet im neuen Fenster) 57 Prozent des genutzten Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Quellen. Das entspricht dem Verhältnis von 2024, ist aber deutlich besser als im vergleichsweise windarmen Jahr 2025. In absoluten Zahlen wurde mit 153 Terawattstunden (TWh) noch nie so viel Strom aus erneuerbaren Quellen verbraucht.

Das liegt an der stetig steigenden Leistung aus Windkraft- und Solaranlagen. Zuletzt wurden 8 Gigawatt Solarleistung und 2 Gigawatt Windkraftleistung zugebaut, womit das Ausbauziel von Photovoltaik für das Jahr 2026 bereits erreicht wurde.

Anders sieht es bei der Windkraft an Land aus. Mindestens 10 Gigawatt oder 12 Prozent dürften am Ende des Jahres fehlen. Dabei ist der Stellenwert von Windkraftanlagen eigentlich besonders hoch, weil diese vor allem in den Wintermonaten überdurchschnittlich viel Strom einspeisen, wenn der Energiebedarf wegen der Wärmeerzeugung entsprechend hoch ist. Optimistisch stimmen aber zunehmenden Neugenehmigungen.

Hebel für die Energiewende sitzt anderswo

Zudem stieg der Anteil erneuerbarer Energie aus allen anderen Quellen ebenfalls. Biogas zur Stromerzeugung und Biomasse zur Wärmeerzeugung wurden mehr genutzt. Im Verkehrssektor stammten im ersten Halbjahr 27 TWh aus erneuerbaren Quellen, vor allem wegen der Verwendung von Biodiesel und HVO.

Wie viel Strom im Verkehrssektor verwendet wird, lässt sich hingegen nur schätzen. Das Umweltbundesamt geht hier von einer 20-prozentigen Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus.

Ähnlich stark, nämlich um 19 Prozent, nahm die Wärmeerzeugung aus Wärmepumpen und Geothermie zu. Zwei der entscheidenden Hebel für die Energiewende sind damit deutlich in Bewegung geraten.

Primärenergiebedarf entscheidend, nicht der Stromverbrauch

Wärmepumpe und Elektromobilität haben wegen ihrer Effizienz wesentlich stärkeren Einfluss auf die Transformation hin zu einer möglichst CO2-neutralen Energieversorgung als andere Faktoren. Wird hier 1 Kilowattstunde (kWh) zur Wärmeerzeugung oder Fortbewegung genutzt, bleiben etwa 3 kWh aus fossilen Quellen ungenutzt. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergiebedarf(öffnet im neuen Fenster) dann deutlich schneller wächst, als dies an der Energieerzeugung in absoluten Zahlen abzulesen ist.

Von 2024 auf 2026 nimmt die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen mutmaßlich um weniger als 4 Prozent zu. Ihr Anteil am Primärenergiebedarf wird dagegen aller Voraussicht nach um 10 Prozent steigen – von 19,8 auf knapp 22 Prozent. Das Tempo würde im Übrigen für Klimaneutralität bis 2045 ausreichen.


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