Umweltbilanz: Studien rechnen sich Verbrennerautos schön

Sind batterieelektrische Autos wirklich besser für die Umwelt? Studien verteidigen nun Antriebe mit Wasserstoff und synthetischen Treibstoffen.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Eine Power-to-Liquid-Versuchsanlage beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Eine Power-to-Liquid-Versuchsanlage beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) (Bild: Patrick Langer/KIT)

In der Debatte um die zukünftige Antriebstechnik von Pkw plädieren mehrere Studien für eine weitere Nutzung der Verbrennertechnik. "Alle Fahrzeugkonzepte haben das Potenzial, signifikant zur CO2-Reduktion in der Mobilität beizutragen", heißt in einer am Montag vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) vorgelegten Studie. Der Mineralölwirtschaftsverband wirbt in einer weiteren Untersuchung (PDF) für die Nutzung synthetischer Kraftstoffe. Doch die zugrundeliegenden Annahmen sind stark umstritten.

Inhalt:
  1. Umweltbilanz: Studien rechnen sich Verbrennerautos schön
  2. Wirkungsgrad von Elektroautos angeblich ganz schlecht

Befürworter und Gegner der Elektromobilität streiten seit Jahren darüber, wie umweltfreundlich Elektroautos tatsächlich sind. Entscheidend ist dabei die Frage, wie viel Kohlendioxid bei der Produktion der Autos und des Ladestroms tatsächlich anfällt. Wichtig bei der Betrachtung ist zudem der tatsächliche Verbrauch der verglichenen Verbrennerfahrzeuge.

Sehr hohe CO2-Äquivalente

Auffallend bei der VDI-Studie, die vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erstellt wurde: Die Untersuchung geht von einem sehr hohen CO2-Äquivalent für die Batterieproduktion aus. Je nach Strommix werden 185 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Kilowattstunde (China) oder 124 kg CO2äq/kWh (Europa) berechnet.

Einer Studie der Universität Einhoven zufolge ist bei der Batterieproduktion hingegen von einem CO2-Ausstoß von 75 kg CO2äq/kWh auszugehen. Auch eine schwedische Metastudie geht inzwischen davon aus, dass pro kWh Akkukapazität ein Äquivalent von 61 bis 106 kg Kohlendioxid anfällt.

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Darüber hinaus fällt auf, dass die VDI-Studie den Kraftstoffverbrauch eines Verbrenners mit 4,5 Litern Diesel pro 100 Kilometern berechnet. Abgesehen davon, dass der Durchschnittsverbrauch von Diesel-Fahrzeugen bei rund 7 Litern in Deutschland liegt, scheint die Studie nicht die sogenannten Voremissionen bei der Treibstoffproduktion zu berücksichtigen.

Der Universität Eindhoven zufolge sollten bei Verbrenner-Autos, die mit Benzin fahren, die angenommenen CO2-Emissionen um 30 Prozent erhöht werden. Autos, die mit Diesel fahren, sollten 24 Prozent zu ihren Auspuffemissionen hinzufügen. Allerdings geht die VDI-Studie von einem durchschnittlichen Stromverbrauch bei Elektroautos von 15,8 kWh pro 100 km aus, was ebenfalls zu niedrig erscheint.

Studie wirbt für E-Fuels

Auf Basis dieser Annahmen kommen die Autoren der Studie zu dem Schluss: "Ein komplementäres Miteinander der Technologien ist die einzige Chance (z. B. mit Blick auf die Bestandsflotte), die CO2-Ziele für 2030 zu erreichen." Eine Voraussetzung dafür sei jedoch: "Hierzu brauchen alle Antriebe sowohl eine möglichst CO2-arme Produktion als auch einen Betrieb mit einem CO2-armen Energieträger."

Ein solcher CO2-armer Energieträger sollen sogenannte synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) sein. Für deren Einsatz argumentiert auch eine Studie des Beratungsunternehmens Frontier Economics, die im Auftrag des Mineralölwirtschaftsverbands und des Bundesverbands mittelständischer Mineralölunternehmen (Uniti) erstellt wurde. Angesichts der Auftraggeber überrascht das Ergebnis der Studie nicht.

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Wirkungsgrad von Elektroautos angeblich ganz schlecht 
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Laoban 18. Nov 2020

weil günstige e-autos noch nicht verfügbar sind heisst das nicht das es keine gute Lösung...

JackIsBlackV8 11. Nov 2020

Wieso weichst du jetzt aus?

DieterMieter 10. Nov 2020

AHa, welche denn? Wenn 10 schöngerechnete Studien genau einer gegenüber stehen dann kann...

SanderK 05. Nov 2020

Gibt doch in Hamburg eine Pilotanlage mit Lavagestein.



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