Wirkungsgrad von Elektroautos angeblich ganz schlecht

Bislang wird den synthetischen Kraftstoffen vor allem deren schlechte Energiebilanz vorgehalten. Auch die Studie geht nur von einem Wirkungsgrad von 10 bis 13 Prozent aus. Allerdings sinkt nach Ansicht der Autoren der Wirkungsgrad von batterieelektrischen Autos von angenommenen 70 Prozent "in der gesamtheitlichen Analyse auf 13 bis 16 Prozent". Damit liege dieser in der gleichen Größenordnung wie bei Pkw, die mit E-Fuels angetrieben würden.

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Der Studie zufolge verschlechtert sich die Energiebilanz bei Elektroautos unter anderem durch Energieverluste beim Transport, Verluste bei der Energiespeicherung, Ladeverluste und den Energiebedarf zur Klimatisierung.

Darüber hinaus wirbt die Studie dafür, für die Erzeugung dieser "Power-to-Liquid"-Kraftstoffe (PtL) vor allem erneuerbare Energien in anderen Weltregionen zu nutzen. Dazu zählten Sonnenkraftwerke in Nordafrika oder Windkraftanlagen im Süden Argentiniens. Um die Energie für ein Fahrzeug mit PtL-Kraftstoffen zu erzeugen, sei dort eine installierte Leistung von 6 kW erforderlich.

In Deutschland müsse eine vergleichbare Leistung von 5,7 kW installiert werden, um die Energie für ein batterieelektrisches Auto zu erzeugen. "Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die Flächenverfügbarkeit in dünn besiedelten Regionen wie Nordafrika deutlich besser ist als in dicht besiedelten Ländern wie Deutschland", heißt es weiter.

Streit in der Autoindustrie

Hintergrund der verschiedenen Studien ist die geplante Verabschiedung eines Gesetzesentwurfs aus dem Bundesumweltministerium, mit dem die EU-Richtlinie zu erneuerbaren Energien im Verkehrsbereich umgesetzt werden soll. Die Regierung will in diesem Entwurf den Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor bis 2030 festlegen und auch deren Förderung steuern. In diesem Zusammenhang gibt es Differenzen zwischen den einzelnen Autokonzernen, die unterschiedliche Antriebskonzepte bevorzugen.

Während der Verband der Automobilindustrie (VDA) in einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf sogar höhere Zielvorgaben für Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe fordert, werden nach Ansicht von Volkswagen die Potenziale dieser Alternativen überschätzt.

Heftige Kritik an den Studien

Kritik an den Studien äußerte Felix Matthes vom Freiburger Öko-Institut. Die Berechnungen von Frontier Economics bezeichnete er in der Südwest-Presse als "billiger Trick". Die ökonomische Effizienz dürfte sich nicht aus technisch-physikalischen und ökonomischen Faktoren zusammensetzen, dies sei "methodischer Voodoo".

Die Debatte um den angeblichen "Wundertreibstoff" E-Fuels sei eine "Technologie-Wette" und "fatales Zeichen" dafür, dass auch Verbrennungsmotoren noch eine Zukunft hätten. Bislang gebe es noch keine Pilotanlage mit großem Ausstoß. Woher das CO2 für die Produktion von E-Fuel kommen solle, sei zudem offen. Es aus der Luft zu nehmen, gestalte sich schwierig.

Auch der Bundesverband E-Mobilität (BEM) kritisierte die Studien. "Die Auseinandersetzung lässt sich besser verstehen, wenn man weiß, dass Wasserstoff und E-Fuels zum Kunden verteilt werden müssten und die Mineralölwirtschaft dafür ihre bestehenden Leitungen ein zweites Mal nutzen will", sagte Markus Emmert vom BEM.

Seiner Ansicht nach ist es dafür jedoch zeitlich zu spät. "Das Erreichen der CO2-Ziele bis 2030 ist im Mobilitätssektor mit E-Fuels und mit Wasserstoff auf Basis grüner Energie weder darstellbar, leistbar noch technologisch belastbar. Der Vorschlag der Industrieverbände gilt allein dem Erhalt alter Geschäftsmodelle und bestehender Infrastrukturen. Dafür werden gerne auch die Fakten gebogen", sagte Emmert.

Nachtrag vom 2. November 2020, 16:10 Uhr

Auf Anfrage von Golem.de kritisierte Emmert an der VDI-Studie, dass die "Annahmen nicht der Realität entsprechen". Das sei zu bemängeln. "Sowohl die CO2-Werte der Batterie als auch die Annahmen des Verbrauchs eines äquivalenten Verbrennerfahrzeugs sind falsch und wurden einseitig betrachtet", sagte Emmert und fügte hinzu: "Ebenso fragwürdig ist die Tatsache, dass die zitierte Studie vom KIT erstellt wurde, welche unter anderem ein Mandat zur Evaluierung synthetischer Kraftstoffe für Verbrennerfahrzeuge hat."

Nach Ansicht des BEM könnten Deutschland und Europa mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien und der Fertigung von Batteriezellen dafür sorgen, dass die Klimabilanz der Fahrzeuge besser wird. "Jetzt China die Schuld zuzuweisen, lenkt zu sehr von den eigenen Fehlern und Versäumnissen ab", sagte Emmert.

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 Umweltbilanz: Studien rechnen sich Verbrennerautos schön
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Laoban 18. Nov 2020

weil günstige e-autos noch nicht verfügbar sind heisst das nicht das es keine gute Lösung...

JackIsBlackV8 11. Nov 2020

Wieso weichst du jetzt aus?

DieterMieter 10. Nov 2020

AHa, welche denn? Wenn 10 schöngerechnete Studien genau einer gegenüber stehen dann kann...

SanderK 05. Nov 2020

Gibt doch in Hamburg eine Pilotanlage mit Lavagestein.

M.P. 04. Nov 2020

das mit dem "sowie ausreichend Ladepunkte vorhanden sind" wird sich ziehen... Vor meinem...


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