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Vakuumtoiletten, wie man sie aus Flugzeugen kennt

Der zweite sind die Feststoffe, die nach dem Gärprozess zurückbleiben. Sie enthalten lebenswichtige Pflanzennährstoffe wie Phosphor und Stickstoff - und die sollen in Zukunft für den Einsatz in der Landwirtschaft zurückgewonnen werden.

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Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass die Gärreste auch Schadstoffe enthalten, zum Beispiel Wirkstoffe aus Medikamenten oder deren Abbauprodukte, Krankheitserreger sowie Mikroplastik. Welche schädlichen Substanzen beziehungsweise Keime das sind und woher sie kommen, ist Gegenstand der Forschung.

"Dazu haben wir am Zu- und Ablauf des Schwarzwassers Inspektionsrohre für die Probenentnahme angebracht", erklärt eine Sprecherin von Hamburg Wasser Golem.de. Die Realisierung des HWC-Konzepts ist zugleich ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt, unter anderem "um Lösungen zu finden, mit denen sich Mikroschadstoffe aus dem Abwasser eliminieren lassen".

An die getrennte Abwasserbehandlung sind 835 Wohnungen angeschlossen, die auf dem 35 Hektar großen Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne gebaut wurden. Ein Teil von ihnen wird als Sozialwohnungen vermietet. Um wertvolles Trinkwasser zu sparen, sind die Häuser mit Vakuumtoiletten ausgestattet, wie man sie aus dem Flugzeug kennt. Äußerlich unterscheiden sie sich zwar nicht von konventionellen WCs, allerdings geben sie beim Spülen ein kurzes, hartes Sauggeräusch von sich. Die Schwarzwasserleitungen funktionieren mit Unterdruck, was bautechnisch den Vorteil hat, dass sie weniger Material und Platz benötigen als die normalen Schwemmleitungen.

An der Verbesserung des Schallschutzes in der Toilette werde noch gearbeitet, berichtete eine Bewohnerin bei der Einweihung. Es sei anfangs etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, dieses Geräusch nachts aus der Nachbarwohnung zu hören. Aber weil das WC dafür auch nur einen Liter Wasser pro Spülgang benötigt statt der üblichen sechs bis neun Liter, möchte sie sich gar nicht beklagen. Schließlich sparen alle Bewohner deshalb erheblich bei Wasser- und auch Abwassergebühren.

Die jahrelange Entwicklung des Hamburg Water Cycle sei "echte Pionierarbeit" gewesen, sagt Leroy. Die Inbetriebnahme der Pilotanlage steht für einen Paradigmenwechsel in der Wasserwirtschaft, an dem seit Jahren weltweit geforscht wird, vor allem in Asien: die Verknüpfung von Abwasserentsorgung und Energiegewinnung. Das HWC-Konzept ist extra so angelegt, dass es sich ohne großen Aufwand auf andere Städte übertragen lässt. Aufgrund der wassersparenden Technik eignet es sich besonders für Länder mit Wasser- und Ressourcenknappheit.

Ebenfalls wertvoll: Grau- und Regenwasser

Für das Grauwasser werden im kommenden Jahr zwei verschiedene Anlagen zur Aufbereitung in Betrieb gehen. Der sich dann anschließende Systemvergleich eines Festbettreaktors mit einer schwerkraftgetriebenen Membrananlage, zwei gängigen Verfahren in der Abwasserbehandlung, gehört ebenfalls zur wissenschaftlichen Untersuchung. Grauwasser lässt sich beispielsweise zur Straßenreinigung oder Bewässerung von Grünanlagen verwenden.

Bleibt schließlich noch das Regenwasser: Dessen Management wird gerade in Großstädten immer wichtiger, um diese besser an den Klimawandel anzupassen. Zu seinen Folgen an nicht wenigen Orten in Mitteleuropa gehört laut Prognosen, dass das Wetter häufiger zwischen Starkregen und Trockenheit schwanken wird. Seit einigen Jahren gilt daher für Stadtplaner die Devise, Regenwasser künftig vermehrt über die Fläche versickern zu lassen.

Das kann durch die Anlage von Parks, Blührandstreifen, begrünten Dächern und Fassaden geschehen, über Rückhaltebecken, Mulden und Gräben sowie die Entsiegelung von Parkplätzen und anderen Flächen. Auf diese Weise wird nicht nur die Kanalisation bei sturzbachartigen Niederschlägen entlastet; das zurückgehaltene Regenwasser wird bei der nächsten Hitzewelle auch zur natürlichen Kühlung der Stadt beitragen, indem es langsam verdunstet.

Die Investition in den Hamburg Water Cycle beträgt inklusive der Kosten für die wissenschaftliche Begleitung rund 13 Millionen Euro. Entwicklung und Bau wurden mit einer Million Euro von Bundeswirtschaftsministerium und Bundesforschungsministerium unterstützt; außerdem mit Fördermitteln aus dem Life+-Programm der Europäischen Union in Höhe von 3,8 Millionen Euro.

Durch verstärkte Medienberichterstattung das Bewusstsein für die Klimakrise schärfen: Das ist das Ziel einer Medieninitiative, die von der US-amerikanischen Columbia Journalism Review und The Nation gestartet und von vielen Medien aufgegriffen wurde, etwa dem britischen Guardian. Golem.de beteiligt sich und folgt dem Aufruf, eine Woche im September verstärkt über Klimathemen zu berichten.

Durch verstärkte Medienberichterstattung das Bewusstsein für die Klimakrise schärfen: Das ist das Ziel einer Medieninitiative, die von der US-amerikanischen Columbia Journalism Review und The Nation gestartet und von vielen Medien aufgegriffen wurde, etwa dem britischen Guardian. Golem.de beteiligt sich und folgt dem Aufruf, eine Woche im September verstärkt über Klimathemen zu berichten.

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 Umwelt: Grüne Energie aus der Toilette
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loktron 19. Sep 2019

Also wir machen das schon seit 1996 und seit 2002 sind wir im Plus. Das heißt, wir...

Renegade3349 19. Sep 2019

Bei uns gibt es noch eine Hand voll der alten "Klärgruben" (Kleinkläranlagen), die seit...

Renegade3349 19. Sep 2019

Naja was du da an Wasser sparst darfst du dann in Urinsteinentferner investieren. Da...

Eheran 18. Sep 2019

Achsooooo, das Regenwasser! Okay.


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