Umstrukturierung zur Cloud: SAP setzt auf KI - und streicht 8.000 Stellen
Der Softwareentwickler strukturiert sich um. Schon Ende des Jahres will SAP die wegfallenden Stellen wieder ersetzt haben.
Europas größter Softwarehersteller SAP will in einem Großumbau die Geschäfte mit künstlicher Intelligenz pushen. Von dem Vorhaben seien rund 8.000 Mitarbeiter betroffen, teilte das Unternehmen überraschend am späten Dienstagabend mit.
"Mit dem geplanten Transformationsprogramm verlagern wir verstärkt Investitionen in strategische Wachstumsbereiche, in erster Linie in KI", sagte Vorstandschef Christian Klein laut Deutscher Presse-Agentur (dpa). "Damit werden wir auch zukünftig wegweisende Innovationen entwickeln und gleichzeitig die Effizienz unserer Geschäftsprozesse verbessern."
Teil des Umbauprogramms sei auch ein Umbau der Struktur des Konzerns, hieß es. Bei den meisten der rund 8.000 betroffenen Stellen sollen Freiwilligenprogramme und interne Umschulungen zum Tragen kommen.
Aufgrund von Investitionen in Wachstumsbereiche rechnet SAP damit, dass am Ende des Jahres die Zahl der Mitarbeiter etwa dem aktuellen Niveau entspricht. Wie viele der vom Umbau betroffenen 8.000 Beschäftigten dann noch bei SAP arbeiten, ist derzeit nicht abzusehen.
Bereits 2023 wurden Stellen abgebaut
Das Unternehmen hatte vor rund einem Jahr bereits 3.000 Jobs gestrichen, um sich schlanker aufzustellen und sich wieder mehr auf das angestammte Kerngeschäft rund um die Software zur Unternehmenssteuerung zu konzentrieren.
Der Stellenabbau vor rund einem Jahr führte nicht zu insgesamt sinkenden Mitarbeiterzahlen. Ende Dezember 2023 hatte SAP 107.602 Vollzeitbeschäftigte, ein Jahr zuvor waren es 106.312.
Die geschätzten Kosten für die jetzt anstehende Restrukturierung in Höhe von rund 2 Milliarden Euro sollen zum Großteil im ersten Halbjahr erfasst werden.
KI und Cloudumsatz stehen im Mittelpunkt
Für das laufende Jahr haben sich Klein und Finanzchef Dominik Asam mehr Tempo beim Cloudumsatz und -ergebnis vorgenommen als im letzten Jahr. KI und andere Neuerungen sollen bei SAP künftig den Cloudversionen der Software vorbehalten sein. 2025 will er mehr als 21,5 Milliarden Euro Umsatz im Cloudbereich schaffen. Vergangenes Jahr erzielte die Sparte ein Plus von 20 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro.
Die Cloudprodukte zur Nutzung über das Netz sind seit längerer Zeit der Wachstumsträger bei SAP. Sie gelten auf lange Sicht als ertragreicher, weil die Kunden mit längerer Laufzeit mehr zahlen als mit dem früher üblichen Paket aus Lizenzsoftware gegen hohe Einmalgebühr und anschließendem Wartungsvertrag. Zunächst aber bedeuten die Cloudverträge Einbußen, weil anfangs die hohen Verkaufspreise der Lizenzsoftware wegfallen.
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Meistens sind das deine Low Performer, aber die, die sich besser verkaufen können und...
Ein Betrug in diesen Größenordnungen ist Auslegungssache und wird nie als solcher...
Vielleicht orientiert sich Klein auch an seinem Vorgänger McDermott, dessen ServiceNow...
Es scheint, dass das bei den meisten größeren Unternehmen der Fall ist. Bei SAP wartet...
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