Umstrukturierung: Ford entlässt Tausende in Europa und setzt auf Elektroautos

Ford hat nach einem Bericht des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) auf einer Betriebsversammlung angekündigt, Stellen abzubauen. Tausende davon sollen im Kölner Ford-Entwicklungszentrum betroffen sein. Auch Bereiche wie die Ersatzteilversorgung und die Verwaltung soll die Umstrukturierung treffen, heißt es in dem Bericht.
Ford hatte bereits angekündigt, die Zahl der Pkw-Modelle in Europa bis 2022 deutlich zu reduzieren und auf Elektroautos umzustellen. Bis 2030 will das Unternehmen auf dem europäischen Kontinent nur noch vollelektrische Autos produzieren. Diese Entscheidung ist Teil des weltweiten Wandels in der Automobilindustrie hin zu nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Fahrzeugen.
Dieser Wandel hat aber auch Auswirkungen auf die Arbeitsplätze im Unternehmen. Es wird geschätzt, dass von den derzeit 3.800 Arbeitsplätzen im Kölner Ford-Entwicklungszentrum im Rahmen des neuen Kostensenkungsprogramms bis zu 2.500 abgebaut werden könnten. Betroffen wären vor allem gut ausgebildete Ingenieure, die an Verbrennungsmotoren arbeiten: Wenn die Motoren nicht mehr gebaut werden, wird auch das Know-how nicht mehr gebraucht.
Grund zur Sorge gibt es auch in Aachen, wo Ford mit einem eigenen Forschungszentrum vertreten ist: Dort arbeiten die Beschäftigten vor allem an der Entwicklung neuer Benzin- und Dieselmotoren. Derzeit arbeiten noch rund 19.000 Menschen für Ford Deutschland, davon 14.000 in Köln.
Nicht nur Motorenentwickler, sondern auch Sachbearbeiter müssen gehen
In Köln, wo die Deutschland- und Europazentrale von Ford ihren Sitz hat, wird mit einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen in der Verwaltung gerechnet. Derzeit arbeiten rund 3.300 Beschäftigte in der Verwaltung des US-Autokonzerns in Köln. Gerüchten zufolge könnten bis zu 20 Prozent der Stellen, also gut 600, abgebaut werden.
Betriebsrat und IG Metall kündigten Widerstand gegen die Pläne an und betonten, alles zu tun, um die Arbeitsplätze der Beschäftigten zu sichern. Sie fordern, dass Ford weiterhin in Europa investiert und die Produktion von Elektrofahrzeugen hier ansiedelt.
Auch die Stadt Köln und die Region sind besorgt über die Auswirkungen des Stellenabbaus auf die Wirtschaft und die Arbeitslosigkeit. Es wird erwartet, dass staatlicherseits Anstrengungen unternommen werden, andere Unternehmen und Investoren in die Region zu holen, um die Auswirkungen abzufedern.