Umstrittenes KI-Feature in Windows: Microsoft verschiebt Recall noch einmal

Microsofts Recall-Feature ist in der Windows-Community umstritten. Dem ist sich wohl auch Microsoft bewusst. Die KI-Funktion wird anscheinend noch einmal verschoben und dessen Release herausgezögert. Ursprünglich wollte Microsoft Recall in den kommenden Wochen herausbringen, nachdem es bereits einmal verschoben wurde.
"Wir sind bestrebt, mit Recall ein sicheres und vertrauenswürdiges Erlebnis zu bieten." , sagt Microsoft in einer Stellungnahme an The Verge(öffnet im neuen Fenster) . "Wir nehmen uns zusätzliche Zeit, um das Produkt zu verfeinern, bevor wir es mit Windows Insidern in der Vorschau präsentieren." Eigentlich sollte eine Insider-Preview bereits im Oktober kommen. Der Testzeitraum wird nun auf den Dezember verschoben. Es ist unwahrscheinlich, dass Recall noch im Jahr 2024 erscheinen wird.
Kunden sind kritisch
In der Urfassung wurde Recall wegen den offensichtlichen Datenschutzbedenken kritisiert. Kein Wunder: Die Software nimmt in regelmäßigen Abständen Screenshots des angezeigten Desktops auf. Die werden in einer Datenbank abgelegt und können später mittels Optical Character Recognition (OCR) nach diversen Dateien, Bildern, Videos oder Webseiten durchsucht werden. Eine Suche soll laut Microsoft etwa auch nur ein Gedanke sein, beispielsweise "Zeig mir die Webseite, die ich gestern Abend aufgerufen habe" .
Der Gedanke, dass Windows 11 den eigenen Desktop aufnimmt, war und ist für viele User eher schwer verarbeitbar. In der ersten Version wurden diese Dateien zudem unverschlüsselt abgelegt. User konnten ohne Probleme darauf zugreifen und Informationen einsehen. Nach diesem Sicherheitsrisiko hat Microsoft den Start der Software verschoben. Sie sollte eigentlich zusammen mit Copilot-Plus-PCs im Sommer 2024 erscheinen.
Aktuell ist Recall als optionales Feature geplant, welches ab Werk nicht aktiviert ist. User sollen es in den Systemeinstellungen oder bei der Ersteinrichtung aber einschalten können. Microsoft hat vor einigen Tagen nochmals versichert, dass die gesamte Software und dessen Daten lokal auf dem Gerät gespeichert und nicht von Microsoft eingesehen werden können. Ob das Usern ausreicht, bleibt abzuwarten.



