Umstrittene Quelle: ChatGPT zitiert Musks Grokipedia

Tests der Zeitung The Guardian(öffnet im neuen Fenster) zeigen: GPT-5.2 hat Grokipedia bei verschiedenen Anfragen neunmal als Quelle herangezogen. Die Themen reichten von iranischen Machtstrukturen bis zu biografischen Details über Zeugen in Holocaust-Prozessen. Das Muster deutet darauf hin, dass OpenAI Quellen ohne umfassende Prüfung einbindet.
Grokipedia ging im Oktober 2025 als Alternative zu Wikipedia online. Die Plattform nutzt KI zur Erstellung und Aktualisierung von Inhalten statt menschlicher Redakteure. Anders als bei klassischen Enzyklopädien können Nutzer Einträge nicht direkt bearbeiten.
Bei direkten Anfragen zu umstrittenen Themen wie dem Sturm auf das Kapitol in Washington oder angeblichen Framing durch Medien griff ChatGPT allerdings nicht auf Grokipedia zurück. Die Informationen sickerten eher bei spezifischen Detailfragen ein. So wiederholte ChatGPT unter Berufung auf Grokipedia Behauptungen über Verbindungen zwischen der iranischen Regierung und dem Telekommunikationsunternehmen MTN-Irancell.
Bedenken von Desinformationsforschern
Kritiker werfen Grokipedia vor, rechtslastige Narrative zu bestimmten Themen zu verbreiten . Die Plattform wird von xAI betrieben, einem Unternehmen aus Musks Unternehmensgeflecht.
Nina Jankowicz, Forscherin im Bereich Desinformation, äußerte sich im Guardian-Bericht besorgt über die Entwicklung. Sie verweist auf das Phänomen des LLM Grooming, bei dem gezielt große Mengen an Fehlinformationen verbreitet werden, um KI-Modelle zu beeinflussen. Sicherheitsexperten hatten gewarnt, dass auch russische Propagandanetzwerke solche Methoden nutzen könnten.
Nicht nur ChatGPT scheint Grokipedia zu nutzen. Einigen Berichten zufolge zitiert auch Anthropics Claude die Plattform Grokipedia bei verschiedenen Themen.



