Abo
  • Services:
Anzeige
Arne Schönbohm
Arne Schönbohm (Bild: PR)

Umstrittene Personalie: Bundeskabinett ernennt Schönbohm zum BSI-Präsidenten

Arne Schönbohm
Arne Schönbohm (Bild: PR)

"Cyberclown" und Wirtschaftslobbyist? Trotz heftiger Kritik hat die Bundesregierung den früheren EADS-Manager Arne Schönbohm zum Präsidenten des BSI ernannt.

Das Bundeskabinett hat den Vorsitzenden des Cyber-Sicherheitsrates Deutschland e.V., Arne Schönbohm, zum Präsidenten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ernannt. Schönbohm trete seinen Dienst am 18. Februar 2016 an, teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch mit. An der im vergangenen Dezember bekanntgewordenen Personalentscheidung hatte es bis zuletzt heftige Kritik gegeben. Dem Sohn des früheren Bundeswehrgenerals und Berliner CDU-Politikers Jörg Schönbohm wird unter anderem vorgeworfen, ein Lobbyist der IT- und Rüstungswirtschaft zu sein.

Anzeige

Zudem hatten Kritiker darauf hingewiesen, dass der 46 Jahre alte Schönbohm das von der Regierung vorgelegte IT-Sicherheitsgesetz als zu lasch kritisiert habe. So hatte er die Pläne als "unzureichend" bezeichnet und unter anderem eine zu geringe finanzielle Ausstattung für das BSI moniert: "Dass das BSI hierdurch zu einer schlagkräftigen Behörde gegen Cyber-Kriminalität wird, ist nicht glaubwürdig", hieß in einer Stellungnahme vom September 2014. Nun besteht eine "Schwerpunktaufgabe" seiner künftigen Tätigkeit laut Innenministerium darin, das IT-Sicherheitsgesetz und die entsprechende Rechtsverordnung umzusetzen.

Erstmals Betriebswirt an BSI-Spitze

Im Bundesinnenministerium soll man sich darüber geärgert haben, dass mit dem privaten Cyber-Sicherheitsrat ein namentlich sehr leicht zu verwechselnder Gegenpart zum Nationalen Cyber-Sicherheitsrat etabliert worden sei. Das Ministerium soll nach Angaben der Welt angeordnet haben, jede Aufwertung von Schönbohms Verein zu unterlassen. Dieser hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, "Unternehmen, Behörden und politische Entscheidungsträger im Bereich Cyber-Sicherheit zu beraten und im Kampf gegen die Cyber-Kriminalität zu stärken." Schönbohm ist zudem Vorstand der BSS BuCET Shared Services AG, die Unternehmen zu Cyber-Sicherheit berät. Für den Rüstungskonzern EADS war er von 1995 bis 2008 tätig.

Zuletzt hatte das Netzwerk Datenschutzexpertise um den früheren schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert in der Debatte Stellung bezogen. Die Datenschützer befürchten, Schönbohm werde "das BSI in eine ganz neue Richtung treiben". Anders als seine vier Vorgänger, die Physiker, Mathematiker und Kryptologen gewesen seien, habe Schönbohm Betriebswirtschaft studiert. Zudem sei er nach eigenen Angaben weiterhin Mitglied im Förderkreis Heer, einem Lobbyverband der Rüstungswirtschaft, und in der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik, in der sich Rüstungsfirmen und Abgeordnete vernetzten.

Die Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC), Constanze Kurz, hatte Schönbohm als "Cyberclown" bezeichnet, der Regierungen schon häufiger teure, aber überflüssige IT-Lösungen angedreht habe. Der IT-Experte Sandro Gayken hatte gesagt: "In seinen Interviews und seinem Buch käut Schönbohm vorwiegend die Thesen anderer wider; seine technische Kompetenz geht gegen null."

"Entscheidung schwächt IT-Sicherheit"

Der Grünen-Netzpolitiker Konstantin von Notz kritisierte die Ernennung Schönbohms scharf. "Die Entscheidung der Bundesregierung schwächt die IT-Sicherheit in Deutschland", sagte Notz. Statt die digitalen Infrastrukturen effektiv zu schützen und den Grundrechtsschutz von Bürgern sowie Unternehmen sicherzustellen, setze man trotz wochenlanger Diskussionen einen IT-Lobbyisten an die BSI-Spitze.

Schönbohms Vorgänger Michael Hange war im vergangenen Dezember in den Ruhestand getreten. Eigentlich sollte dessen Nachfolger zum 1. Februar ernannt werden. Doch der Kabinettsbeschluss verzögerte sich mehrfach. Das BSI verfügt derzeit über 600 Mitarbeiter und ist der zentrale Dienstleister der Bundesregierung auf dem Gebiet der IT-Sicherheit. Zuletzt seien dem Bundesamt im Zusammenhang mit dem IT-Sicherheitsgesetz weitere Kompetenzen zugewiesen worden, teilte die Regierung mit.


eye home zur Startseite
matok 18. Feb 2016

Hätte man auch meinen Vater nehmen können. Wobei, nichts gegen meinen Vater.... Aber der...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Paul Bauder GmbH & Co. KG, Stuttgart
  2. Paulinenpflege Winnenden, Winnenden
  3. OPERATIONAL SERVICES GMBH & CO. KG, Frankfurt
  4. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 699€
  2. 17,82€+ 3€ Versand

Folgen Sie uns
       


  1. MacOS 10.13

    Apple gibt High Sierra frei

  2. WatchOS 4.0 im Test

    Apples praktische Taschenlampe mit autarkem Musikplayer

  3. Werksreset

    Unitymedia stellt Senderbelegung heute in Hessen um

  4. Aero 15 X

    Mehr Frames mit der GTX 1070 im neuen Gigabyte-Laptop

  5. Review Bombing

    Valve verbessert Transparenz bei Nutzerbewertungen auf Steam

  6. Big Four

    Kundendaten von Deloitte offenbar gehackt

  7. U2F

    Yubico bringt winzigen Yubikey für USB-C

  8. Windows 10

    Windows Store wird zum Microsoft Store mit Hardwareangeboten

  9. Kabelnetz

    Eazy senkt Preis für 50-MBit/s-Zugang im Unitymedia-Netz

  10. Nintendo

    Super Mario Run wird umfangreicher und günstiger



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestagswahl 2017: Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
Bundestagswahl 2017
Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
  1. Bundestagswahl 2017 Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher
  2. Zitis Wer Sicherheitslücken findet, darf sie behalten
  3. Merkel im Bundestag "Wir wollen nicht im Technikmuseum enden"

Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300: Die Schlechtwetter-Kameras
Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300
Die Schlechtwetter-Kameras
  1. Mobilestudio Pro 16 im Test Wacom nennt 2,2-Kilogramm-Grafiktablet "mobil"
  2. HP Z8 Workstation Mit 3 TByte RAM und 56 CPU-Kernen komplexe Bilder rendern
  3. Meeting Owl KI-Eule erkennt Teilnehmer in Meetings

VR: Was HTC, Microsoft und Oculus mit Autos zu tun haben
VR
Was HTC, Microsoft und Oculus mit Autos zu tun haben
  1. Zukunft des Autos "Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
  2. Concept EQA Mercedes elektrifiziert die Kompaktklasse
  3. GLC F-Cell Mercedes stellt SUV mit Brennstoffzelle und Akku vor

  1. Re: Tipp: Trennung von Telefonanbieter und DSL...

    Sunny33 | 03:59

  2. Re: ¤3000 bei ¤70k.... macht keinen grossen...

    Onkel Ho | 03:25

  3. Re: Für mich nicht nachvollziehbar

    Nibbels | 03:09

  4. Re: Amateure

    honna1612 | 02:29

  5. Re: Der Preis war schon damals ok

    packansack | 01:56


  1. 19:40

  2. 19:00

  3. 17:32

  4. 17:19

  5. 17:00

  6. 16:26

  7. 15:31

  8. 13:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel