Abo
  • Services:
Anzeige
Der damalige BND-Chef Ernst Uhrlau beim Richtfest der BND-Zentrale im Jahr 2010
Der damalige BND-Chef Ernst Uhrlau beim Richtfest der BND-Zentrale im Jahr 2010 (Bild: John Macdougall/AFP/Getty Images)

Umstrittene NSA-Selektoren: BND will Terroristen nicht selbst anrufen

Der damalige BND-Chef Ernst Uhrlau beim Richtfest der BND-Zentrale im Jahr 2010
Der damalige BND-Chef Ernst Uhrlau beim Richtfest der BND-Zentrale im Jahr 2010 (Bild: John Macdougall/AFP/Getty Images)

Die Kooperation zwischen dem BND und der NSA soll wieder reibungslos laufen. Die Probleme mit den unzulässigen Selektoren lassen sich aber im Grunde gar nicht lösen, wie ein Geheimdienstmitarbeiter vor dem NSA-Ausschuss sagte.

"Können Sie uns bestätigen, dass Sie wirklich ein Terrorist sind?" Mit einem solchen Anruf ist sicherlich noch kein Terrorverdächtiger von einem Geheimdienst behelligt worden. Weil dies nicht sinnvoll sei, gebe es im Grunde auch keine Möglichkeit für den Bundesnachrichtendienst (BND), die Suchkriterien des US-Geheimdienstes NSA tatsächlich zu überprüfen, sagte ein BND-Mitarbeiter am Donnerstag vor dem NSA-Ausschuss des Bundestags in Berlin. Dennoch solle die Kooperation zwischen beiden Geheimdiensten wieder reibungslos laufen, hatten Medien am Wochenende berichtet.

Anzeige

Im vergangenen April war das gemeinsame Ausspähen von Satellitenkommunikation im bayerischen Bad Aibling vorübergehend beeinträchtigt worden. Nachdem die Affäre mit den unzulässigen NSA-Selektoren bekanntgeworden war, hatte der BND plötzlich von seinem US-Partner verlangt, die einzelnen Suchbegriffe jeweils zu begründen. Schließlich sollen auch zahlreiche europäische Regierungen und Institutionen ausspioniert worden sein. Da die NSA auf die Schnelle nicht die gewünschten Erläuterungen liefern konnte oder wollte, stoppte die Datenweitergabe vorläufig.

Abertausende Selektoren könnten nicht kontrolliert werden

Nach den Ausführungen von H. K., Referatsleiter der Abteilung Technische Aufklärung, muss der BND auch bei den mitgelieferten Erläuterungen letztlich dem Partnerdienst vertrauen. "Selbst wenn eine Begründung dabei war, konnten wir das nicht überprüfen, da wir die Daten nicht hatten", sagte der Zeuge und fügte hinzu: "Wir rufen doch nicht die Probanden an, um zu fragen, ob sie die sind, die wir abhören sollen." Abertausende Selektoren könnten nicht kontrolliert werden. Man könne lediglich überprüfen, ob ein Name zu einer entsprechenden Einwahl passe.

Allerdings finden sich unter den Selektoren auch zahlreiche Kommunikationsmerkmale, die sich nur schwer zuordnen lassen. Dazu gehören beispielsweise Gerätekennungen oder IP-Adressen. Nach Angaben von H. K. sollen sich sogar Hash-Werte unter den Suchbegriffen befinden. Im Grunde sei nur dann ein Check möglich, wenn der BND einen Selektor auch in seiner eigenen Datenbank führe.

Uhrlau verteidigt wieder Operation Eikonal

Dieses Problem bestätigte auch der frühere BND-Chef Ernst Uhrlau, der am Donnerstag ein zweites Mal vom Ausschuss vernommen wurde. Der 69-Jährige deutete an, dass es sich bei Selektoren zu den europäischen Rüstungsfirmen EADS und Eurocopter nicht um offensichtliche E-Mail-Adressen gehandelt haben könnte. "Es kommt bei den Selektoren auf die Ergebnisse an, nicht auf die Begriffe selbst", sagte Uhrlau, der von 1998 bis 2005 für die Geheimdienstkontrolle im Kanzleramt zuständig war. Die Tatsache, dass sich die NSA für diese beiden Firmen interessierte, fiel offenbar erst auf, als entsprechende Treffer bei BND einliefen. Laut Uhrlau wurde dieser Vorfall aus dem Jahr 2005 aber nicht zum Anlass genommen, die NSA-Selektoren systematisch zu überprüfen. Dies geschah erst nach den Enthüllungen Edward Snowdens im August 2015.

In seiner Funktion als Geheimdienstkoordinator leitete Uhrlau im Jahr 2003 die Operation Eikonal in die Wege. In diesem Zusammenhang verteidigte er ein weiteres Mal seine Entscheidung, einen Telefon- und Internetknoten der Deutschen Telekom in Frankfurt am Main ohne eindeutige rechtliche Grundlage abhören zu lassen. Es sei darum gegangen, mit der sogenannten Operation Eikonal den BND technisch mit Hilfe der NSA zu ertüchtigen. In das Vorgehen sei auch der damalige Kanzleramtschef und heutige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) eingebunden gewesen.

Uhrlaus Ausreden kaum nachvollziehbar 

eye home zur Startseite
/mecki78 15. Jan 2016

Ja, mag sein, dass der BND das nicht einfach prüfen kann, aber dann darf er eben auch...

Prinzeumel 15. Jan 2016

Ich würde nun den focus nicht auf das wort "ertüchtigen" legen. Viel schlimmer ist doch...

ElMario 14. Jan 2016

Klasse ! 1a ! ;D



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  2. Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg
  3. afb Application Services AG, München
  4. Limbach Gruppe SE, Heidelberg


Anzeige
Top-Angebote
  1. 81,90€ + 3,99€ Versand (Vergleichspreis CPU ab 60€ und Kühler 43€)
  2. 59,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 59,99€/69,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Leap Motion und Qualcomm

    Drahtloses VR-Headset mit Hand-Tracking ausprobiert

  2. Sandisk iNand 7350

    WD rüstet Speicher für Smartphones auf

  3. Uncharted 4

    34.000 Animationsphasen für ein Action-Adventure

  4. Aneeda und Dial

    Die Nicht-Smartwatch der Telekom wird wohl nicht fertig

  5. The Legend of Zelda (1986 und 1995)

    Ein Abenteuer-Fundament für die Ewigkeit

  6. Mehr Möbel als Gadget

    Eine Holzfernbedienung für das Smart Home

  7. Der Herr der Ringe

    Schatten des Krieges in Mittelerde angekündigt

  8. Konzeptfahrzeug

    Peugeot Instinct - autonom fahren oder manuell steuern

  9. Später Lesen

    Mozilla übernimmt Hersteller von Pocket

  10. Nokia 3, 5 und 6 im Hands on

    Ein guter Neuanfang ist gemacht



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nintendo Switch eingeschaltet: Zerstückelte Konsole und gigantisches Handheld
Nintendo Switch eingeschaltet
Zerstückelte Konsole und gigantisches Handheld
  1. Nintendo Interner Speicher von Switch offenbar schon jetzt zu klein
  2. Hybridkonsole Leak zeigt Menüs der Nintendo Switch
  3. Hybridkonsole Hardware-Details von Nintendo Switch geleakt

Blackberry Key One im Hands on: Android-Smartphone mit toller Hardware-Tastatur
Blackberry Key One im Hands on
Android-Smartphone mit toller Hardware-Tastatur
  1. Digitale Assistenten Google und Amazon kämpfen um Vorherrschaft
  2. Xperia XA1 und XA1 Ultra Sony präsentiert zwei Android-Smartphones ab 300 Euro
  3. Alcatel A5 LED im Hands on Wenn die Smartphone-Rückseite wild blinkt

Asus Tinker Board im Test: Buntes Lotterielos rechnet schnell
Asus Tinker Board im Test
Buntes Lotterielos rechnet schnell
  1. Tinker-Board Asus bringt Raspberry-Pi-Klon
  2. Sopine A64 Weiterer Bastelrechner im Speicherriegel-Format erscheint

  1. Re: 90 Tage sind auch genug Zeit

    redmord | 11:00

  2. Re: Er habe keine Interesse daran, dem Projekt zu...

    titho | 10:59

  3. Re: Jaa wenn es um Geld geht....

    neocron | 10:59

  4. Super toll, und dann wieder USB 2.0 Anschlüsse...

    TrollNo1 | 10:57

  5. Re: Achja, vermutlich das nächste Spiel, dass den...

    Dwalinn | 10:57


  1. 10:30

  2. 10:05

  3. 10:00

  4. 09:54

  5. 09:15

  6. 08:03

  7. 07:54

  8. 07:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel