Umstieg auf Wasserstoff: 140 Tankstellen braucht die Lkw-Flotte

Wenn alle 250.000 schweren Lkws in Deutschland mit Wasserstoff fahren, werden 140 Tankstellen benötigt, errechnete ein Fraunhofer-Institut.

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Hino Profia mit Brennstoffzelle
Hino Profia mit Brennstoffzelle (Bild: Hino Global)

Der Umstieg auf Brennstoffzellen im Lkw-Segment wäre weniger aufwendig als gemeinhin gedacht. Die Lkws stoßen in Deutschland jährlich 25 Megatonnen CO2 aus, es würde sich also lohnen, die Emissionen zu verringern. In einer Modellrechnung hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI (PDF) dargestellt, wie viele Standorte für Tankstellen dazu errichtet werden müssten.

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Die Zahl von 140 Wasserstofftankstellen für alle 250.000 schweren Lkw ab 26 Tonnen in Deutschland überrascht. Aktuell sind es bundesweit mehr als 80 Stück, doch die sind meist nur für Pkw geeignet, haben zu wenige Zapfsäulen und würden die Lkws zu langsam betanken. Zudem sind sie räumlich nicht ausreichend gut verteilt, um die Versorgung sicherzustellen.

Die 140 H2-Tankstellen in Deutschland würden nach Berechnungen der Forscher jährlich rund neun Milliarden Euro kosten. Darin enthalten sind die Tankstelleninvestitionen selbst sowie die Wasserstofferzeugungskosten. Die Grundannahme dabei ist, dass ein Lkw eine Reichweite von rund 800 km erzielt und die Tankdauer bei 15 Minuten liegt. Außerdem wurde eine Tank-Umwegebereitschaft von 20 km auf Basis von Befragungen ermittelt und im Modell berücksichtigt.

Um die EU-Klimaschutzziele im Lkw-Sektor für 2030 zu erreichen, müssten dann schon knapp 50.000 Lkws mit Brennstoffzelle unterwegs sein. Diese würden nach den Berechnungen des ISI 70 Wasserstofftankstellen benötigen. Wenn 2050 nur noch Wasserstoff-Lkws unterwegs wären, würden die erwähnten 140 Stationen gebraucht. An jeder dieser Stationen müssten je nach Größe zwischen 19 und 600 Lkw pro Tag tanken. Notwendig sei dafür die Nutzung der 700-bar-Technologie bei Zugmaschinen, während Busse wegen des höheren Platzangebots mit 350-bar-Tanks arbeiten.

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Die Autoren der Studie empfehlen, den Wasserstoff möglichst vor Ort zu erzeugen und in großen Speichern zu lagern. Der gesamte Strombedarf wird im Endausbau mit 65 Terawattstunden pro Jahr beziffert. Dabei ist es wichtig, dass der Strom aus erneuerbaren Energien stammt.

Wasserstoff-Truck fährt Bier aus

Derweil kündigte Toyota an, seinen ersten Brennstoffzellen-Lkw erst ab Anfang 2022 für den Biertransport innerhalb Japans zu testen. Es handelt sich um eine Zugmaschine, die von Toyota und Hino Motors gemeinsam entwickelt wird. Ursprünglich sollte die Erprobung im japanischen Straßenverkehr 2021 beginnen.

Der 25-Tonner auf Basis des Hino Profia FR1AWHG soll etwa 600 km weit fahren können. Gegenüber dem Mittelklassefahrzeug Toyota Mirai soll die Leistung verdoppelt worden sein. Genauere Angaben zur Technik und den möglichen Preisen fehlen.

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Ach 16. Okt 2020

Schenke dir diese sry. aber erbärmlich blöde Idee, die Komprimierung aus der...

Rocketeer 15. Okt 2020

Aussagefreie Information. Selbst wenn du einen Text dazu geschrieben hättest, um zu sagen...

LPferd 15. Okt 2020

Wollte ich auch grad schreiben. Gruß

GajusTempus 15. Okt 2020

...in dem die Brennstoffzellentechnologie SINN macht. Eben gerade WEIL die...



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