Umstieg auf DVB-T2: DVB-T-Empfänger sind nach 2017 Elektroschrott

DVB-T wird in Deutschland bald durch DVB-T2 ersetzt. Das Bundeskabinett hat eine Verordnungsänderung beschlossen, nach der die bisher von DVB-T genutzten Frequenzen für den Ausbau des mobilen Internets versteigert werden sollen. Nach 2017 ist Schluss mit DVB-T. Fernsehzuschauer müssen nachrüsten.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden/ dpa
DVB-T2 ersetzt DVB-T
DVB-T2 ersetzt DVB-T (Bild: Techincar GPSThailand/Youtube)

Das terrestrisch-digitale Fernsehen in Deutschland erlebt bald eine Wende. Der Grund: Die im 700-MHz-Band dafür benutzten Frequenzen werden neu vergeben - für den Ausbau des mobilen Internets. Das Bundeskabinett hat am 11. Februar 2015 eine entsprechende Verordnungsänderung verabschiedet, die eine zügige Vergabe der Funkfrequenzen im Rahmen einer Auktion ermöglicht. Sie soll im zweiten Quartal 2015 stattfinden, sagte Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU). Der Bundesminister erwartet einen Milliardenerlös, der für den Breitbandausbau genutzt werden soll. Der Ertrag soll zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden.

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Dem Digitalisierungsbericht 2014 zufolge nutzen weiter rund 7,4 Millionen Haushalte in Deutschland DVB-T über verschiedene Endgeräte. Diese Zuschauer werden sich nach der Abschaltung von DVB-T neue Geräte kaufen müssen, die mit dem Nachfolgestandard DVB-T2 kompatibel sind. Der Umstieg soll 2018 vollzogen werden. DVB-T2 nutzt einen Funkbereich zwischen 470 und 690 MHz. Über DVB-T2 können auch HD-Sendungen übertragen werden.

Für den technischen Betrieb des neuen Antennenfernsehens DVB-T2 hat sich nur Media Broadcast beworben, wie Ende Januar 2015 bekannt wurde. Media Broadcast ist aus T-Systems hervorgegangen, gehört dem französischen TDF-Konzern und betreibt Übertragungsplattformen für Fernsehen und Hörfunk.

Ein Pilotprojekt für DVB-T2 startete im Oktober 2014 in Berlin. Es hat eine Laufzeit von 18 Monaten und arbeitet mit dem HEVC/H.265-Kompressionsstandard. Dabei werden nach Unternehmensangaben Datenraten zwischen 18 und 28 MBit/s im Multiplex erzielt, bis zu sieben HDTV-Programme können übertragen werden.

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Im Rahmen des Pilotversuchs werden Programmangebote mit und ohne DRM gesendet. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz forderte, dass DVB-T2 ganz ohne Verschlüsselung umgesetzt werden solle. "Eine Verschlüsselung senkt die Akzeptanz und wirkt eher abschreckend", erklärte Michael Gundall, Fernsehexperte der Verbraucherzentrale.

Wie lange dann die Simulcast-Zeit sein wird, in der sowohl DVB-T als auch -T2 gesendet werden, ist derzeit noch ungewiss. Vermutlich wird sie aufgrund des Zeitplans sehr kurz sein, denn für den Simulcast-Betrieb ist dieses Frequenzband für DVB-T weiterhin erforderlich und kann nicht gleichzeitig für den Mobilfunk genutzt werden.

Wer weiterhin den terrestrischen TV-Empfang nutzen will und jetzt den Kauf eines Fernsehers plant, sollte darauf achten, dass das Gerät mit einem auswechselbaren Modul ausgerüstet ist, das später den Umstieg ermöglicht. Alternativ muss später eine Settop-Box besorgt werden.

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spezi 12. Feb 2015

Aber sicher. Es ist zusätzliches Spektrum, je 30 MHz für Download und Upload. Mit 20 MHz...

deg 12. Feb 2015

"funktioniert schlichtweg nicht" ist IMHO falsch. Es ist natürlich richtig, dass DAB...

Safran01 12. Feb 2015

Aber nicht h265.

Safran01 12. Feb 2015

Bekannte hatten mal ein Problem mit ihrem Satreceiver. Es ging eigentlich nur um die...

Maceo 12. Feb 2015

Neue Module wird es so sicher geben, wie die aktuellste Android-Version für "alte...



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