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Umspannwerke: Suche nach verdächtigem Stromsaboteur läuft

Die versuchten Sabotageakte gegen das Strom-Netz häufen sich, es gibt Bekennerschreiben. Das Fahrzeug des mutmaßlichen Verfassers hat die Polizei gefunden – er selbst ist flüchtig.
/ Tobias Költzsch und dpa
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Die Polizei auf Spurensuche am Umspannwerk Bergheim (Bild: Reuters)
Die Polizei auf Spurensuche am Umspannwerk Bergheim Bild: Reuters

Die Polizei fahndet weiter mit Hochdruck nach einem Mann, der Sabotageaktionen gegen das Stromnetz verübt haben soll. Nach Angaben der Polizei Köln dauerte die Suche nach dem 48-Jährigen am Morgen an. Die Vorfälle konzentrieren sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen – in allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.

Am 4. September 2026 hatten Beamte in der Wohnung des Tatverdächtigen in Gevelsberg (NRW) Sprengstoff gefunden. Später am Nachmittag stürmte ein Spezialeinsatzkommando im rund 100 Kilometer entfernten Niederzier in einem Wald einen Lastwagen, der augenscheinlich zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde dort aber nicht vorgefunden.

Hintergrund der Fahndung sind zwei Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen und auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. "Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). In einem Bekennerschreiben heißt es: "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen."

Sabotagefälle häufen sich

Am 1. September 2026 hatte es zunächst im Süden Brandenburgs einen Angriff auf die Stromversorgung gegeben. Nach dpa-Informationen wurde mit mehr als 20 selbstgebauten Raketen leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen im Umspannwerk Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde gelenkt. Am selben Abend kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln.

Am 3. September entdeckte ein Spaziergänger an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf mutmaßliche Abschussvorrichtungen und alarmierte die Polizei. Nach einem Hinweis aus einem Bekennerschreiben suchte die Polizei am 4. September auch das Gelände rund um das Kraftwerk Weisweiler bei Aachen ab.

Am Abend des 4. September gab es schließlich bei einer Stromanlage in Hamm einen größeren Polizeieinsatz. Wie ein dpa-Reporter berichtete, kamen zahlreiche Polizeiwagen zu dem Ort an einer Landstraße bei einem Waldstück. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Ein Sprecher der Polizei sagte, es handele sich um eine ehemalige Stromanlage, die seit Längerem außer Betrieb sei.

Sprengvorrichtungen auch in Sachsen

Auch in Sachsen entdeckte die Polizei laut Innenminister Armin Schuster (CDU) "unbekannte Sprengvorrichtungen". Die Polizei habe an zwei Fundorten vier Objekte gesichert, sagte Schuster. Hinweise darauf hätten sich ebenfalls aus einem Bekennerschreiben ergeben.

NRW-Innenminister Reul (CDU) forderte als Konsequenz aus den Vorfällen, kritische Infrastruktur besser zu schützen. Dafür brauche es klare Rechte und moderne Technik, etwa Kameras, Sensoren und Alarmsysteme.

Der Chef des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, Christoph Müller, sieht die Politik gefordert. "Die Wirtschaft muss viele Angaben zu Strom- und Gasnetzen öffentlich machen und ins Netz stellen. So machen wir es Attentätern unnötig leicht – egal, aus welcher Ecke sie kommen", sagte Müller der Rheinischen Post. Er forderte entschärfte Transparenzvorschriften und eine Erlaubnis dafür, Leitungen regelmäßig mit Drohnen abfliegen und überwachen zu können. Auch müsse es Unternehmen erlaubt werden, mit Kameras nicht nur das eigene Gelände, sondern auch die Umgebung zu beobachten.

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