Umsatzrückgang: Intel will nach schlechtem Quartal sparen

Intel schwächelt weiter, Umsatz und Gewinn gehen zurück. Ein Geschäftsbereich verdient gar nichts mehr.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Mit Xeon-Prozessoren verdient Intel aktuell kein Geld.
Mit Xeon-Prozessoren verdient Intel aktuell kein Geld. (Bild: Intel)

Zumindest etwas Positives kann Intel seinen schwachen Quartalszahlen (PDF) abgewinnen: Sie sind noch im Rahmen der - bereits gesenkten - Erwartungen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank der Umsatz um 15 Prozent auf 15,3 Milliarden US-Dollar, die Gewinnmarge fällt mit 45,9 Prozent um 12,4 Prozent geringer aus.

Ernüchternd sind die Ergebnisse der einzelnen Geschäftsbereiche: Die Client Computing Group (CCG) machte mit 8,1 Milliarden US-Dollar 17 Prozent weniger Umsatz, dafür allerdings noch 20 Prozent Gewinn. Hart traf es die Datacenter and AI Group (DCAI): Sie machte im vergangenen Quartal gar keinen Gewinn, der Umsatz sank um mehr als ein Viertel auf 4,2 Milliarden US-Dollar. Wenig besser steht die Network and Edge Group (NEX) da, die zwar ein Umsatzwachstum um 14 Prozent auf 2,3 Milliarden US-Dollar verzeichnete, allerdings nur drei Prozent Gewinn machte.

Als Grund für den Rückgang sieht Intel "makroökonomischen Gegenwind", also die sich andeutende Rezession, sowie die vollen Lager seiner Kunden. Die starke Konkurrenz seitens AMD sowie durch ARM-Prozessoren im Serversegment dürfte allerdings auch ihren Teil beitragen. Zumindest laufe aber bei den kommenden Fertigungsprozessen alles nach Plan, hieß es.

Im letzten Quartal des Jahres 2022 sollen die Zahlen zumindest nicht noch schlechter werden: Intel erwartet 14 bis 15 Milliarden US-Dollar Umsatz und eine Marge von 45 Prozent. Die Investoren sollen unverändert hohe Dividenden erhalten, obwohl Intel für das dritte Quartal lediglich einen Gewinn von 20 Cent pro Aktie (Earnings per Share) erwartet. Insgesamt rechnet das Unternehmen für 2022 mit einem Gewinn von 1,95 US-Dollar pro Aktie, etwas mehr als ein Drittel des Betrags von 2021. Die Dividende soll 1,46 US-Dollar pro Aktie betragen.

Mit Umbau zurück an die Spitze

Umfangreiche Entlassungen hatte Intel bereits angekündigt, jetzt soll noch mehr gespart werden: Im laufenden Jahr sollen 2 Milliarden US-Dollar weniger investiert werden als geplant, 2023 will der Konzern 3 Milliarden US-Dollar einsparen. Bis 2025 soll die jährliche Einsparung 8 bis 10 Milliarden US-Dollar betragen, investieren will Intel in erster Linie in seine rentablen Bereiche.

Gleichzeitig soll der Umbau des Konzerns beschleunigt werden: Prozessorentwurf und Fertigung sollen stärker getrennt werden. Intern will Intel ein Foundry-Modell umsetzen: Die Fabs, in denen das Unternehmen seine Prozessoren fertigt, sollen auch anderen Kunden offenstehen. Dieser Bereich names Intel Foundry Service befindet sich allerdings erst im Aufbau, der Umsatz lag im vergangenen Quartal bei nur 171 Millionen US-Dollar und machte 103 Millionen US-Dollar Verlust. Das wird vorerst auch so bleiben, schließlich investiert Intel aktuell Milliarden US-Dollar in neue Fabs.

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