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Umsatzkrise: Audi plant drastische Reduktion der Personalausgaben

Der Audi-Konzern strebt nach Einsparungen von bis zu 1,5 Milliarden Euro im Personalbereich. Der Verkauf läuft nicht mehr gut.
/ Andreas Donath
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Audi S6 Avant E-Tron (Symbolbild) (Bild: Audi)
Audi S6 Avant E-Tron (Symbolbild) Bild: Audi

Audi will massiv sparen: Wie aus einem internen Memo von Audi hervorgeht, das dem Spiegel vorliegt(öffnet im neuen Fenster) , werden auch die Erfolgsbeteiligungen der Mitarbeiter infrage gestellt. Die Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat gestalten sich zunehmend schwierig.

Jochen Haberland, Verhandlungsführer seitens Audi, betont die Notwendigkeit, über die Audi-Ergebnisbeteiligung und Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung zu verhandeln, wenn betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen. Im vergangenen Jahr erhielten die Beschäftigten noch eine Prämie von 8.840 Euro.

Die Konzernführung unter CEO Gernot Döllner argumentiert, dass die bisherigen Erfolgskomponenten die langfristige wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens nicht ausreichend berücksichtigen. Dies sei in der aktuellen Situation nicht mehr tragbar, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Parallel zu den Kostensenkungsmaßnahmen plant der Ingolstädter Automobilhersteller den Aufbau neuer Technologiezentren. Diese sollen moderne Fertigungstechnologien entwickeln und den bekannten Audi-Slogan "Vorsprung durch Technik" wieder mit Leben füllen.

Neuausrichtung der Entwicklungsstrategie

Eine weitere wichtige Komponente der Strategie betrifft die Rückholung externer Entwicklungsaufträge. Bis zu einer Milliarde Euro an Aufträgen, die derzeit an externe Dienstleister vergeben sind, sollen wieder ins Unternehmen geholt werden. Dies könnte mittelfristig zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen.

Betriebsratschef Schlagbauer fordert seit Längerem, die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor im Stammwerk Ingolstadt über 2030 hinaus zu verlängern. Nach den bisherigen Plänen soll 2030 der letzte Verbrenner in Audis Hauptwerk produziert werden.

Unter Döllners Vorgänger Markus Duesmann hatte sich Audi als Vorreiter der Elektromobilität positioniert. Döllner, der Ende 2023 die Führung übernahm, übernahm diese Strategie zunächst, scheint nun aber flexibler auf die Marktentwicklung reagieren zu wollen.

Die Absatzzahlen von Elektrofahrzeugen entwickeln sich langsamer als ursprünglich prognostiziert. Dies stellt die Produktionsplanung vor Herausforderungen. In Ingolstadt werden bereits Elektroautos und Verbrenner auf der gleichen Produktionslinie gefertigt, darunter der 2024 eingeführte Stadtgeländewagen Q6 E-Tron sowie die Verbrennermodelle A4 und A5.

Die Situation bei Audi spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen die gesamte deutsche Automobilindustrie konfrontiert ist. Der Übergang zur Elektromobilität gestaltet sich komplexer als zunächst angenommen, während gleichzeitig enormer Kostendruck besteht.


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