Umfrage: US-Bürger misstrauen Regierung beim Umgang mit Daten

Viele US-Bürger glauben laut einer Umfrage nicht, dass Behörden mit ihren Kommunikationsdaten verantwortungsvoll umgehen. Trotzdem geht ein Großteil der Befragten ohne besondere Sicherheitsmaßnahmen online.

Artikel veröffentlicht am , Süddeutsche.de/Sueddeutsche.de
US-Flagge als Leuchttafel auf dem New Yorker Times Square
US-Flagge als Leuchttafel auf dem New Yorker Times Square (Bild: Carlo Allegri/Reuters)

Als der US-Komiker John Oliver kürzlich Passanten auf dem Times Square in New York fragte, wer Edward Snowden sei, konnten viele mit dem Namen des Whistleblowers nichts anfangen. Bewegen die Tätigkeiten im Netz von NSA und Internetkonzernen die US-Bürger überhaupt? Zwei aktuelle Umfragen des angesehenen Pew-Instituts zeigen: ja, und zwar sehr.

93 Prozent der befragten Amerikaner legten Wert darauf, dass bei alltäglichen Aktivitäten und im gesellschaftlichen Umgang ihre Privatsphäre gewahrt ist, berichten die Meinungsforscher. 90 Prozent möchten darüber bestimmen, welche Daten über sie gesammelt werden. Die Aktivitäten des US-Geheimdienstes NSA laufen diesem Wunsch entgegen.

Zweifel an Nutzen für die Terrorbekämpfung

65 Prozent sind der Meinung, dass die Regierung zu viel Freiraum habe, die Kommunikationsdaten der Bürger zu sammeln - selbst wenn es der Terrorbekämpfung dienen soll. Die Mehrheit der Befragten gab an, dass viele datensammelnde Stellen ihre persönlichen Daten nur begrenzte Zeit speichern sollten. 58 Prozent glauben nicht, dass die Daten bei Behörden verantwortungsvoll behandelt werden.

Besonders interessant daran: Nur eine kleine Anzahl der Amerikaner hat offenbar ihre Netznutzung grundlegend geändert, um dem Tracking zu entgehen. 59 Prozent der Nutzer löschten zwar ihren Browserverlauf, größere Mühen (wie etwa auf Proxy-Server oder Verschlüsselung zu setzen) seien deutlich seltener. Insgesamt hätten US-Bürger wenig Vertrauen, dass Informationen nicht zu ihrem Schaden genutzt werden, hieß es - auch das Misstrauen in Online-Dienste ist groß. Untätigkeit bedeutet also nicht unbedingt Desinteresse für Datenschutz-Fragen.

Politisches Bewusstsein für Datenschutzfragen wächst

Eine andere aktuelle Umfrage (PDF) der US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) deutet an, dass den Wählern bewusst ist, wo man ansetzen könnte, um das Unbehagen zu mildern: 60 Prozent der 1001 Befragten befürworteten parteiübergreifend eine Änderung des Patriot Act, welcher der NSA die Spionage erlaubt. Über die Verlängerung des Gesetzes soll in wenigen Tagen im Kongress abgestimmt werden.

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Kralle 28. Mai 2015

Wer seinen Kram schonmal auf YouTube etc. gesehen hat weiß, dass der Typ definitiv NICHT...

Ach 25. Mai 2015

Damit bin ich grundsätzlich einverstanden. Man sollte vielleicht noch ergänzen, dass der...

das_mav 24. Mai 2015

Ganz was neues. Die Nachrichten gehören wem? Die Banken gehören wem? Die Macht in dem...

Der Held vom... 22. Mai 2015

Bitte immer hübsch die Eskalationsstufen einhalten: Erst Kritik, dann ziviler...



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