Umfrage: Beschäftigte wollen Recht auf Unerreichbarkeit durch E-Mail

Eine Mitgliederbefragung der IG Metall hat ergeben(öffnet im neuen Fenster) : Die Beschäftigten sehen mobiles Arbeiten als Vorteil, wollen aber auch Zeiten festlegen, in denen sie vom Chef unerreichbar sind. In einer neuen Betriebsvereinbarung bei dem Automobil- und Motorradhersteller ist geregelt, dass Zeiten festgelegt werden können, in denen Beschäftigte zu Hause nicht erreichbar sind. Mobiles Arbeiten in der Freizeit kann als Überstunden selbst erfasst werden.
Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, sagte, dabei sei wesentlich, dass endlich die gesamte Arbeitszeit erfasst wird und dass es Zeiten gibt, in denen Beschäftigte komplett abschalten können, auch E-Mail und Telefon.
Die Vereinbarung gilt für alle deutschen Standorte und rund die Hälfte der 79.000 Beschäftigten. Das sind vor allem Verwaltungsangestellte oder Entwicklungsingenieure.
Betriebsratschef Manfred Schoch sagte dem Spiegel(öffnet im neuen Fenster) , es werde "ein Recht auf Unerreichbarkeit definiert" . IG-Metall-Vorstandsmitglied Christiane Benner sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Ich könnte mir vorstellen, dass man Eckpunkte formuliert, die am Ende in ein Gesetz fließen könnten. Es geht darum, das Recht auf Abschalten zu verankern und der Entgrenzung der Arbeit Einhalt zu gebieten."
Laut der Befragung geben 78 Prozent der Befragten an, mit Flexibilität gut umgehen zu können. Schichtarbeiter, Angelernte und ältere Beschäftigte haben dagegen überdurchschnittlich mehr Probleme mit weiteren Flexibilitätsanforderungen.
Bei Daimler dürfen die Mitarbeiter seit 2013 auf Wunsch E-Mails löschen lassen, die während ihres Urlaubs eintreffen. Eine Abwesenheitsnotiz weist den Absender der E-Mails auf den zuständigen Vertreter hin.