Umbau: Zendis stellt Geschäftsführung erneut neu auf
Beim Zentrum für Digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung (Zendis) wird die Geschäftsführung erneut neu geordnet. Künftig bildet Leonhard Kugler gemeinsam mit Pamela Krosta-Hartl die Geschäftsführung des bundeseigenen Unternehmens. Die Neubesetzung soll die Leitung breiter aufstellen und vor allem die technische Kompetenz stärker in den Mittelpunkt rücken.
Das Unternehmen wurde 2022 vom damals zuständigen Bundesministerium des Innern gegründet und richtet sich an Behörden, die ihre digitale Arbeitsumgebung unabhängig von großen Anbietern wie Microsoft oder Google gestalten wollen. Vor diesem Hintergrund übernimmt Leonhard Kugler neben der Verantwortung für die technische Entwicklung auch kaufmännische Aufgaben. Er folgt auf Alexander Pockrandt, der das Unternehmen verlässt.
Zuvor prägte Kugler bereits zentrale technische Projekte des Unternehmens, indem er zunächst die Plattform Opencode gemeinsam mit seinem Team zu einer wichtigen Infrastruktur für die digitale Zusammenarbeit in der öffentlichen Verwaltung ausbaute.
Mehr Verantwortung für Kugler
Seit Mitte 2025 verantwortet er zudem den Aufbau einer gebündelten Entwicklungsorganisation, in der die Weiterentwicklung sämtlicher Lösungen zusammengeführt wird, darunter auch die Office- und Kollaborationssuite Opendesk. Pamela Krosta-Hartl bleibt weiterhin für Marktauftritt und Kundengeschäft zuständig.
Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und Aufsichtsratsvorsitzender des Zendis, zeigte sich in der Ankündigung der Personalie(öffnet im neuen Fenster) erfreut: "Mit Leonhard Kugler übernimmt ein ausgewiesener Technologieexperte Verantwortung in der Geschäftsführung des Zentrum Digitale Souveränität. Das bringt zusätzliche technische Tiefe und Umsetzungskraft in einer entscheidenden Phase."
Führung im ständigen Wandel
Der aktuelle Wechsel ist nur der jüngste in einer Reihe personeller Veränderungen. Im April 2025 kam es zu einer auffälligen Veränderung: Die damalige Co-Geschäftsführerin Jutta Horstmann wurde überraschend freigestellt und durch Pamela Krosta-Hartl ersetzt.
Horstmann war erst rund ein halbes Jahr im Amt und wurde von der Entscheidung offenbar unvorbereitet getroffen. Das zuständige Bundesinnenministerium begründete den Schritt mit dem Ziel, Effizienz und Tempo bei der Verwaltungsdigitalisierung zu steigern.
Dabei galt Horstmann in Fachkreisen als geeignete Besetzung. Zuvor hatte sie Führungspositionen als CTO, COO und CEO inne. Unter anderem arbeitete sie beim Softwareunternehmen Eyeo. Zudem baute sie ihre eigene Firma Data in Transit über mehrere Jahre auf und führte sie.
Im April 2025 kritisierte Horstmann jedoch öffentlich die unzureichende Finanzierung des Zendis(öffnet im neuen Fenster) – ein Umstand, der von vielen als Grund für ihre Abberufung gesehen wurde.
In der Folge führte Alexander Pockrandt das Zendis zunächst allein weiter. Erst im November 2025 wurde mit dem Einstieg von Pamela Krosta-Hartl wieder eine Doppelspitze geschaffen, die die Organisation stabilisieren und strategisch neu ausrichten sollte. Ob die neue Konstellation mit Kugler für die nötige Stabilität sorgt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.
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