ULX5M-GS: Deutscher FPGA kommt als Modul für CM5-Mainboard
Heise hat auf der Messe Embedded World ein interessantes Produkt entdeckt(öffnet im neuen Fenster) : Ein FPGA -Board namens ULX5M-GS, das auf ein IO Board für das Raspberry Pi CM5 (Compute Module) aufgesteckt wird.
Das ermöglicht viele Anschlussoptionen, noch interessanter ist allerdings der verbaute FPGA. Es handelt sich um einen Gatemate A1, der von Cologne Chip in Köln entwickelt (g+) und von Globalfoundries in Dresden gefertigt wird.
Auf der Platine sind neben dem FPGA 64 MByte SDRAM und ein GBit-Ethernet-Controller verbaut. Programmiert wird der FPGA per USB-C, zusätzlich kann ein JTAG-Steckverbinder montiert werden.
Mit PCIe und freier Software
Der Schaltplan ist quelloffen, im Github-Repository(öffnet im neuen Fenster) finden sich zudem Angaben zu den herausgeführten Signalen: Neben dem GPIO-Header kann eine SD-Karte angesprochen werden, ein HDMI-Port ist angebunden, die zwei LVDS-Signalgruppen scheinen auf die CSI-Ports geführt zu sein.
Auch der M.2-Slot soll für PCIe nutzbar sein, hierfür werden die seriellen Transceiver des Gatemate verwendet. Interessant macht den FPGA neben der Tatsache, dass er vollständig in Deutschland entwickelt und produziert wird, dass Cologne Chip auf Open-Source-Software setzt. Hardware-Beschreibungen werden mit der freien Synthese-Software Yosys übersetzt. Bei DIY-Projekten eignen sich die Gatemate-FPGAs etwa für den Bau von Retro-Computern.
Verfügbarkeit: Bald
Vom Entwickler des ULX5M-GS hat Golem erfahren, dass die Platine in etwa zwei Monaten über den eigenen Onlineshop und Vertriebspartner angeboten werden soll. Aktuell stehen den Angaben zufolge allerdings noch Tests aus.
Als Zielpreis wurden uns 99 Euro genannt, was sich allerdings angesichts der Speicherpreisentwicklung noch ändern könne. Derzeit bietet eine Reihe von Herstellern(öffnet im neuen Fenster) bereits Platinen mit Gatemate-FPGA an, darunter Olimex und Trenz Electronic.
In Entwicklung ist die Platine seit mindestens einem guten Jahr, das lässt sich anhand der Git-Commits erkennen. Erstmals gezeigt wurde der ULX5M-GS Ende September 2025(öffnet im neuen Fenster) bei einem Vortrag am Forschungszentrum Cern, dessen Hardwarelizenz die Macher nutzen.
Entworfen hat die Platine allerdings nicht, wie Heise schreibt, Cologne Chip. Hinter dem Modul stehen mehrere Gruppen um Goran Mahovlić, der seit Jahren FPGA-Boards entwirft. Neben seiner Firma Intergalaktik erwähnt der Bestückungsdruck Radiona, einen Makerspace aus der kroatischen Hauptstadt Zagreb, bei dem Mahovlić engagiert ist.
Beteiligt ist außerdem ein Unternehmen namens Chili Chips, das Projekt läuft unter dem Namen Opencologne(öffnet im neuen Fenster) und wird von der Nlnet Foundation finanziert. Einen Vorgänger gab es bereits mit Lattice-FPGA für das CM4-Mainboard.
Nachtrag, 13. März 2026, 15:29 Uhr:
Wir haben Informationen zu Verfügbarkeit und ungefährem Preis ergänzt.
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