Ultraschall: Mutmaßlicher Lauschangriff verursacht Gesundheitsprobleme

Mitarbeiter von zwei westlichen Botschaften in Kuba litten vor einiger Zeit unter Symptomen wie nach einer Gehirnerschütterung, obwohl sie gar keine hatten. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Ursache für die gesundheitlichen Probleme ein Lauschangriff auf die Botschaften gewesen sein könnte.

Artikel veröffentlicht am ,
US-Botschaft in Kuba: Defekters Abhörgerät ist plausibler als eine Schallwaffe.
US-Botschaft in Kuba: Defekters Abhörgerät ist plausibler als eine Schallwaffe. (Bild: Adalberto Roque/AFP/Getty Images)

Kein gelungener Angriff mit Schallwaffen, sondern ein misslungener Lauschangriff war mutmaßlich der Grund für das Unwohlsein von Mitarbeitern der Botschaften von Kanada und den USA in Kuba. Zu dem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität von Michigan, die den Fall untersucht haben.

Stellenmarkt
  1. Fachinformatiker oder Wirtschaftsinformatiker (m/w/d)
    Hochschule für Fernsehen und Film München, München
  2. SAP SD/MM Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Augsburg
Detailsuche

Bei über 20 Mitarbeitern der beiden Botschaften waren seit Dezember 2016 gesundheitliche Störungen aufgetreten, darunter Übelkeit, Ohrenschmerzen, Nasenbluten, Schwindel, Verlust des Hörvermögens und Schwierigkeiten beim Gehen. Ärzte bezeichneten die Symptome als Gehirnerschütterung ohne Gehirnerschütterung. Es wurde darüber spekuliert, ob die Botschaften mit Ultraschallwaffen angegriffen wurden.

Einige der Betroffenen berichteten, sie hätten hochfrequente Geräusche wahrgenommen. Im Oktober vergangen Jahres veröffentlichte die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) eine wenige Sekunden lange Aufnahme dieser Töne. Diese Aufnahme haben die Wissenschaftler um Kevin Fu analysiert.

Ultraschall hat normalerweise keine Auswirkungen auf Menschen. Wenn sich aber mehrere Ultraschallsignale überlagern, können durch eine Intermodulationsverzerrung hörbare Signale entstehen, die schädlich sein können. Die Intermodulationsverzerrungen könnten die Ultrallschallfrequenzen in den hörbaren Bereich konvertieren, was zu hohen Tönen führe, sagte Fu. Ein Muster in den akustischen Spektraldiagrammen in der AP-Aufnahme deutet auf Intermodulationsverzerrungen hin.

Hörbare Töne entstanden durch Überlagerung

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Die Forscher simulierten das aufgenommene Geräusch mit Hilfe von zwei Ultraschallsendern, von denen einer ein 25-kHz-Signal, der andere ein 180-Hz-Signal ausstrahlte, die auf eine 32-kHz-Frequenz moduliert wurden - ähnlich wie beim Rundfunk. Wenn das 25-kHz-Signal die Übertragung stört, entsteht ein hörbarer Ton bei 7 kH. Als Nachweis der Machbarkeit bauten die Forscher ein Gerät, mit dem sie einen Lauschangriff durchführten, indem sie einen Song anstelle des 180-Hz-Signals über die 32-kHz-Trägerfrequenz abspielten.

Sie hätten gezeigt, dass die gesundheitlichen Probleme unbeabsichtigt entstanden sein könnten, als die Kubaner versuchten, die Botschaften mit einem schlecht konstruierten Ultraschallsender zu belauschen, resümiert Fu. "Ein defektes Gerät, das unhörbar Informationen stehlen oder Gespräche mit Ultraschall abhören sollte, erscheint plausibler als eine Schallwaffe. Aber unsere Ergebnisse schließen andere mögliche Ursachen nicht aus."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
CDU-Sicherheitslücke
Juristische Drohungen schaden der IT-Sicherheit

Dass eine Person, die verantwortungsvoll eine Sicherheitslücke gemeldet hat, dafür juristischen Ärger bekommt, ist fatal und schadet der IT-Sicherheit.
Ein IMHO von Hanno Böck

CDU-Sicherheitslücke: Juristische Drohungen schaden der IT-Sicherheit
Artikel
  1. Kritik der Community: Microsoft schaltet Kommentare unter Windows-11-Video ab
    Kritik der Community
    Microsoft schaltet Kommentare unter Windows-11-Video ab

    In einem Youtube-Video verteidigt Microsoft die Bedingungen von Windows 11. Die Community ist außer sich, Kommentare werden geblockt.

  2. Connect-App: CDU zeigt offenbar Hackerin nach Melden von Lücken an
    Connect-App  
    CDU zeigt offenbar Hackerin nach Melden von Lücken an

    Nach dem Auffinden einer Lücke in einer CDU-App zeigt die Partei nun die Finderin an. Der CCC will deshalb keine Lücken mehr an die CDU melden.

  3. Datenübertragung: Flüssigkernfaser könnte Glasfaser ersetzen
    Datenübertragung
    Flüssigkernfaser könnte Glasfaser ersetzen

    Schweizer Forscher haben eine Faser entwickelt, die Daten genauso gut überträgt wie eine Glasfaser, aber dieser gegenüber Vorteile hat.

Proctrap 27. Dez 2018

such mal nach Richtlautsprecher

InteressierterA... 26. Dez 2018

Ich bin in dem Bereich Akustik nicht wirklich Zuhause. Ich suche nach Erklärungen...

deinkeks 07. Mär 2018

Wissenschaftler haben Besteck getestet, das Messer hat dabei am Besten abgeschnitten. ;-)



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Speicherwoche bei Saturn Samsung • Robas Lund DX Racer Gaming-Stuhl 153,11€ • HyperX Cloud II Gaming-Headset 59€ • Bosch Professional Werkzeuge und Messtechnik • Samsung Galaxy Vorbesteller-Aktion • Speicherwoche bei Media Markt • 60 Jahre Saturn-Aktion [Werbung]
    •  /