Ultra-Broadband Forum 2015: Huawei arbeitet an GBit für 90 Prozent aller Haushalte

Der Netzwerkausrüster Huawei erwartet in den kommenden Jahren fast überall den Übergang in die GBit-Versorgung. "Im Bereich Bandbreite forscht und entwickelt Huawei an Zugangstechnologien, die Breitbandnetzwerke von 100 MBit/s auf 1.000 MBit/s upgraden" sagte Ding Yun(öffnet im neuen Fenster) , President für Products & Solutions bei Huawei, am 8. September 2015 in Madrid.
Huawei hat seine sogenannte Gigaband-Entwicklungsstrategie auf seiner Veranstaltung Ultra-Broadband Forum 2015 vorgestellt. Weltweit würde die Telekommunikationsbranche in den kommenden fünf Jahren in die GBit-Ära eintreten, meinte Ding.
Gigaband soll eine Datenrate von über 100 MBit bis 1 GBit bieten, damit die Netzbetreiber 4K-Videos für Endkunden, Smart Home, Home Security wie Smart Lock mit Gesichtserkennung, Industrie 4.0 und Cloud-Services bieten können. Universal vMOS soll die Endkundenzufriedenheit bei Videos erhöhen, die Probleme mit Netflix oder Youtube haben.
"Was das Netzwerk betrifft, erwarten wir, dass Gigaband-Netzwerke bis zum Jahr 2020 über 90 Prozent der Haushalte weltweit abdecken." Südkorea und Dänemark hätten sich bereits Ausbauziele im GBit-Bereich gesetzt, sagte Ding.
Bald kommt Docsis 3.1
Eric Xu, Current Rotating Chairman bei Huawei, erklärte, TV-Kabelnetzbetreiber müssten viel investieren, wenn sie 4K bieten wollten. Nötig sei, eine niedrige Latenz, eine sehr hohe Datenrate und Cloud-Services zu bieten.
GBit kommt auf vielen Wegen
Gigaband wird im Festnetz, im TV-Kabelnetz und Hybrid kommen: G.fast gilt als Nachfolgestandard von VDSL2 und verspricht Datenraten von 1 GBit/s und mehr und arbeitet im Frequenzbereich von 2,2 bis 106/212 MHz. In der zweiten Generation von G.fast wird der Bereich noch einmal auf 212 MHz erweitert, um Datenraten von bis zu 2 GBit/s zu erreichen. In der Schweiz nutzt Swisscom bereits G.fast-Technik von Huawei. Die Technik ist jedoch auf bestimmte Längen der Kabel begrenzt. Mit Glasfaser sind diese Datenraten überall zu erreichen. In Neubauten in China ist FTTH bereits überall ein Standard.
In einem auf Koax und Glasfaser basierenden Kabelnetz soll sich mit Docsis 3.1 eine Datenübertragungsrate von über 1 GBit/s erreichen lassen. Technicolor führte kürzlich einen Interoperabilitätstest mit seinem ersten Modem für den neuen Kabelnetzstandard durch. Das Modem MediaAccess TC4400 soll 2 GBit/s im Download erreicht haben. Huawei bietet auch Docsis-3.1-Ausrüstung für Kabelnetzbetreiber. Der Standard Docsis 3.1 ist fertig und die Chips auch, aber wann er breit herauskommt, ist noch ein Geheimnis. "Einige TV-Kabelnetzbetreiber arbeiten aggressiv an Docsis 3.1" , sagte ein Huawei-Manager, ohne Namen nennen zu können, "da die Firmen ihren Vorsprung vor der Konkurrenz nicht verlieren wollen."
Die Deutsche Telekom will ihren Kunden in drei Jahren mit Hybridzugängen eine Datenübertragungsrate von bis zu 550 MBit/s bieten. Ein All-IP-basiertes Netz sei dazu die Grundlage. Das erklärte Martin Bouchard, Senior Vice President Technik bei der Telekom Deutschland, auf einem Workshop zur Umstellung auf All-IP im März 2015. Dies will die Telekom durch den von den Netzausrüstern angekündigten technischen Fortschritt bei LTE und beim Vectoring erreichen. Hybrid hat Huawei zusammen mit der Telekom entwickelt.