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Die Dungeons sind ein Schwachpunkt des Spiels

Somit passiert das Unvermeidliche: Der Avatar stirbt, der Bildschirm wird schwarz ... und ich werde wiederbelebt! In der Tat gehört die Ultima-Serie zu den ganz wenigen Ausnahmen aus jener Zeit, in denen es keinen richtigen Tod gibt. Stattdessen kann ich mich jederzeit auf Lord British verlassen, der mich beliebig oft aus dem Jenseits rettet.

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Zurück zur Befreiung des Schreins: Das Mantra erfahre ich mehr oder weniger automatisch in weiteren Gesprächen mit den Städtebewohnern, indem ich sie explizit danach befrage. Die Rune, die ich benötige, ist hingegen ein kleiner, flacher Stein.

Schlussendlich werde ich bei einem kleinen Mädchen namens Ariana fündig: Sie gibt mir die Rune mit Freuden, wenn ich ihre Mutter um Erlaubnis frage. Erneut ist die Idee hinter diesem Rätsel letztlich so herrlich einfach und harmlos, dass ich mich abermals frage: Wieso nur habe ich vor 30 Jahren so früh aufgegeben?

Mit Mantra und Rune im Gepäck suche ich ein drittes Mal den Schrein auf, wo ich den Gargoyles erneut Saures gebe und den Schrein endlich befreien kann. Ein weiterer vorsichtiger Blick in die Lösung rät mir, dass ich mich am besten auf eine kleine Weltreise begeben und der Reihe nach alle weiteren Schreine befreien sollte. Was Sinn ergibt: So kann ich mich an die einzelnen Orte gewöhnen und primär durch simple Gespräche an Erfahrung gewinnen.

Für die Quest rund um das mysteriöse Buch der Gargoyles muss ich mich hingegen mit den Wahrsagern und Piraten von Britannia auseinandersetzen. Sie schicken mich auf die Suche nach verschiedenen Kartenteilen, für die ich wiederum die großflächigen Höhlen des Landes durchforsten darf.

Während mir das Bereisen der Städte und das Sammeln der Runen großen Spaß macht, entpuppen sich die Höhlen als ein Schwachpunkt von The False Prophet. Ihr Design wirkt lieblos, weil sie sich optisch zu sehr ähneln und es ihnen an Abwechslung mangelt.

  • In den eher trostlosen Dungeons von Ultima 6 stoßen wir ab und an auf grünen Schleim, der sich im Kampf stetig weiter ausbreitet. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Bei der Befreiung der Schreine kommt es stets zu einem Kampf gegen ein halbes Dutzend Gargoyles. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Wie in den meisten Ultima-Spielen heilt Lord British den Avatar frei Haus. Sogar die Wiederbelebung ist umsonst, sollte der Held zwischendurch ins Gras beißen. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Solche Situationen sind selten, aber amüsant: Wer in der Bar von Jhelom die falschen Themen anspricht, der sorgt für eine Rauferei unter den Gästen und sollte schleunigst das Weite suchen. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Um die kleinen Inseln jenseits des Festlands besuchen zu können, sollte man sich über kurz oder lang ein fesches Schiff besorgen. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Der alte Kompagnon Shamino sieht in The False Prophet Serienschöpfer Richard Garriott verblüffend ähnlich - was umso mehr verwirrt, weil sich Garriot eigentlich bereits in Form von Lord British verewigt hat. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Während das Charakterbild von Sherry unglaublich süß ist, geht die kleine Maus in der Spielgrafik völlig unter. Tipp: Sie hockt nahezu unsichtbar links neben der blauen Kristallkugel. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Ab und an sollte man einen Händler aufsuchen und die vielen erbeuteten Waffen verkaufen, um anschließend mit dem Geld nützlicheres Werkzeug zu erstehen. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Spoiler-Alarm: Im Laufe der Geschichte entpuppt sich der eine oder andere Gargoyle als erfreulich gesprächig. Deshalb endet das Finale nicht in einem blutigen Showdown, sondern läuft auf eine versöhnlichen Kooperation zwischen den roten Kreaturen und der menschlichen Rasse hin. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Diese Wahrsagerin stellt uns mehrere Gewissensfragen, deren Antworten massiven Einfluss auf unsere Stärke, Geschicklichkeit und Intelligenz haben. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)
In den eher trostlosen Dungeons von Ultima 6 stoßen wir ab und an auf grünen Schleim, der sich im Kampf stetig weiter ausbreitet. (Bild: Origin Systems / Screenshot: Medienagentur plassma)

Unter anderem soll ich einen riesigen Ameisenhügel erkunden, worin mich die immer gleichen Riesenameisen angreifen. Noch frustrierender sind die unzähligen Sackgassen, in denen es nicht den Hauch einer Belohnung zu finden gibt.

Weiterhin stelle ich mit Bedauern fest, dass die Kämpfe eine untergeordnete Rolle einnehmen. Jeder Schlagabtausch - ob mit Trollen, Seemonstern oder Skeletten - entpuppt sich auch in späteren Spielstunden als monoton. Und dank freier Wiederbelebung sowie einer komfortablen Speicherfunktion komme ich sehr selten in Bedrängnis.

Auch wenn ich an The False Prophet einiges zu kritisiere habe, bin ich doch verblüfft, wie gut es gealtert und vor allem wie leichtfüßig es im Grunde genommen ist. Dank des Mondsteins, den der Avatar zu Beginn findet, steht mir gar ein legales Cheat-Instrument zur Verfügung, mit dem ich mich zu jeder zentralen Stadt teleportieren kann. Man könnte ihn auch als den Prototyp der Schnellreisefunktion bezeichnen, die heute in vielen Open-World-Rollenspiel zum Standard gehört.

All das erscheint mir umso paradoxer, als Ultima 6 zu seiner Zeit von praktisch allen Kritikern als ein schweres Rollenspiel bezeichnet wurde, das auf keinen Fall für Einsteiger geeignet sei. Jedoch kommt es mir im Nachhinein als ein eher einfacher Genrevertreter vor, dessen Hauptschwierigkeiten im Aufstöbern der teils teuflisch gut versteckten Höhleneingänge und im Durchlesen der vielen Dialoge liegen.

Das ist jedoch nichts gegenüber anderen Retrorollenspielen wie The Bard's Tale oder Might and Magic 3, die mich innerhalb von fünf Minuten mit ihren Monsterhorden in die Knie zwingen - wohlgemerkt ebenfalls nach der Lektüre diverser Komplettlösungen. Mein persönliches Fazit: Ultima 6: The False Prophet erweist sich dank seines Fokus auf die Geschichte, seiner geschickt gestalteten, offenen Spielwelt und der erstaunlich modernen Komfortfunktionen als ein Spiel, das besser in die heutige als in die damalige Zeit passt. Und damit hatte ich definitiv nicht gerechnet.

Mitarbeit: Benedikt Plass-Fleßenkämper

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 Die Welt von Ultima 6 wirkt riesig, ist es aber nicht
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cruse 10. Jul 2020

jo ist aber trotzdem empfehlenswert. im gog Forum gibt's auch einen link für die...

DarkVamp 06. Jul 2020

ScummVM nutzt MUNT als Emulation. Ohne die ROLAND ROMs geht es nicht. Und die Emulation...

CptBeefheart 06. Jul 2020

sieh eigentlich ganz nett aus und geht in eine ganz andere Richtung als Shroud: https...

Lightkey 06. Jul 2020

Wie zu den meisten Titeln aus der Ultima-Serie, gibt es mit Nuvie auch für Ultima VI ein...


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