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Ulrich Kelber: Datenschutzbeauftragter fordert Regeln für KI-Datensammlung

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber verlangt klare Regeln für die Datenerfassung durch KI-Systeme.
/ Andreas Donath
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Ulrich Kelber (Bild: Gerd Seidel)
Ulrich Kelber Bild: Gerd Seidel / CC-BY-SA 3.0

Öffentlich zugängliche, personenbezogene Informationen müssen nach Ansicht des Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber besonders geschützt und dürfen nicht beliebig verwendet werden. Dies gelte insbesondere für künstliche Intelligenz, sagte Kelber in einem Interview mit dem Deutschlandfunk(öffnet im neuen Fenster) . Um Nutzerdaten vor der Erfassung durch KI-Dienste wie ChatGPT zu schützen, seien auch technische Maßnahmen nötig.

Nutzerdaten für KI-Systeme sperren

Laut Kelber handeln viele Internetkonzerne, die massenhaft öffentliche Daten für das Training ihrer KI erfassen, im Widerspruch zum Datenschutz. Dort sieht der Experte Handlungsbedarf. Die Informationen müssten pseudonymisiert oder anonymisiert werden, bevor man sie zur Entwicklung von KI nutze. So lasse sich das Risiko mindern, dass später Rückschlüsse auf Einzelpersonen möglich seien.

Nutzer bräuchten die Sicherheit, dass ihre Daten für KI-Systeme gesperrt seien, sagte Kelber. Die Durchsetzung von Datenschutzrechten wie dem Löschen personenbezogener Daten sei bei KI schon aufgrund der Verarbeitungsschritte schwierig. Regeln müssten daher früh ansetzen.

Unternehmen und Politik gefordert

Die Datensammlung durch KI wird zunehmend kritisch betrachtet. In der EU zeichnen sich diverse Regulierungen ab . Die größten IT-Konzerne verpflichteten sich bereits selbst, ihre KI sicher und transparent zu gestalten. In der EU stehen mögliche Regeln für KI im Raum, die Bürgerrechte wahren und das Allgemeinwohl fördern sollen.

Einige Experten bezweifeln jedoch, ob strikte Regularien im Bereich der öffentlich verfügbaren Daten praktikabel sind. Die Abgrenzung, welche Informationen geschützt sind und welche frei verwendet werden dürfen, könnte schwierig werden. Andere Kritiker warnen vor zu restriktiven Regeln, die Innovationen bei KI behindern und den Rückstand Europas im globalen Wettbewerb vergrößern könnten.


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