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Engmaschiges Netz – Russlands bodengebundene Flugabwehr

Russland verfügt über eine gut ausgebaute Flugabwehr am Boden(öffnet im neuen Fenster) . Systeme wie Pantsir(öffnet im neuen Fenster) und TOR-M2(öffnet im neuen Fenster) schützen Truppen im Kampfgebiet.

Die mittleren Entfernungen deckt die Buk-Familie(öffnet im neuen Fenster) ab. Weiter reichende Systeme wie die noch aus Sowjetzeiten stammende S-300(öffnet im neuen Fenster) und die modernen S-400(öffnet im neuen Fenster) und S-500(öffnet im neuen Fenster) verteidigen nicht nur das russische Hinterland, sondern reichen auch tief in die Ukraine hinein.

Die S-300 erreicht Höhen um die 28 km und fliegt bis zu 200 km weit. Mit 30 km Gipfelhöhe und 380 km Reichweite ist die S-400 deutlich leistungsfähiger. Die S-500, in Dienst seit 2021, bringt es auf 100 km Gipfelhöhe und rund 500 Kilometer km.

Die S-300 war die sowjetische Antwort auf die US-amerikanische Patriot. Die S-400 wurde aus der S-300 entwickelt, die S-500 dagegen ist eine Neuentwicklung, die auch Ziele oberhalb der Atmosphäre und Hyperschallwaffen bekämpfen kann. Allerdings ist wohl nur ein einziges Regiment mit S-500 ausgerüstet.

Koordiniert wird das alles von mobilen und ortsfesten Leitständen und Radarsystemen. Dabei stützt sich die Flugabwehr nicht im selben Maß wie die Nato auf Awacs-Flugzeuge, sondern meist auf Radar am Boden. Zur Drohnennabwehr und zum Aufklären von Artilleriestellungen gibt es zusätzlich mobile akustische Systeme.

Bisher hat sich die russische Abwehr an jede ukrainische Neuerung und auch an die aus dem Westen gelieferten Waffensysteme angepasst. Sie hat gelernt, Präzisionswaffen wie die JDAM-Gleitbombe, ATACMS-Raketen, französische Hammer-Präzisionswaffen, aber auch Drohnen und Marschflugkörper abzuwehren. Das hat zur Folge, dass nur ein kleiner Teil der von der Ukraine gestarteten Flugkörper seine Ziele tatsächlich erreicht.

Nur begrenzte Erfolge

Wegen der Stärke des russischen Gegners erzielt die Ukraine im Luftkrieg nur begrenzte Erfolge. Ihr gelingen immer wieder spektakuläre Einzelaktionen wie jüngst die Zerstörung eines russischen Laser-Testflugzeugs auf dem Werksflugplatz des Flugzeugbauers Beriev am Asowschen Meer(öffnet im neuen Fenster) .

Auch die Angriffe auf russische Raffinerien, die die russische Kriegswirtschaft stören und die zivile Versorgung mit Benzin behindern(öffnet im neuen Fenster) gehören in diese Kategorie(öffnet im neuen Fenster) .

Zwar zeigen die hohen Zahlen an produzierten Drohnen und die neuen Marschflugkörper, dass die Ukraine erfolgreich ihre eigene Industrie an den Krieg angepasst hat und dabei auch innovativ ist. Aber zahlenmäßig bleibt die Ukraine unterlegen.

Sie kann genug Flugkörper produzieren, um Russland immer wieder aufzuhalten, den Nachschub für die Front zu stören und um militärische Einrichtungen hinter der Front zu treffen. Ernsthaft bedrohen kann sie die russische Fähigkeit, Krieg zu führen, derzeit nicht. Dazu dürften auch die avisierten Produktionszahlen für die Neptun und die FP-5 Flamingo nicht ausreichen. Und auch die Zahlen von aus dem Westen gelieferter Flugkörper reichen aktuell nicht.


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