Russische Luftstreitkräfte – Modernisierung trotz Kriegsbelastungen
Die russischen Luftstreitkräfte und Luftabwehr sind im Krieg eher stärker als schwächer geworden. Das Land hat seine Produktion gesteigert, kann Kriegsverluste ersetzen und zusätzliche Einsatzverbände aufstellen(öffnet im neuen Fenster) . Außerdem setzen die Luftstreitkräfte ihren Modernisierungskurs fort, den sie bereits einige Jahre vor dem Krieg begonnen hatten.
Hinzu kommen neue Luft-Luft-Lenkwaffen wie die R-77M. Zudem verfügt die russischen Luftwaffe über Langstreckenraketen, die wesentlich weiter reichen als die Luft-Luft-Lenkwaffen der Ukraine, etwa die amerikanische AIM-120.
Die R-77M(öffnet im neuen Fenster) ist die neueste Version der Vympel R-77, des russischen Gegenstücks zur US-Lenkwaffe AIM-120. Sie fliegt bis zu 190 km weit und wird seit dem Sommer über der Ukraine eingesetzt.
Hinzu kommen R-37M-Raketen(öffnet im neuen Fenster) mit einer Reichweite von bis zu 400 km. Ursprünglich für den schweren Jäger MiG-31 entwickelt, kann sie auch von anderen Typen wie der Su-35 verschossen werden.
Modernes Jäger-Arsenal
Das Rückgrat der Kampfverbände bilden Produkte aus dem Hause Sukhoi. Die Su-35(öffnet im neuen Fenster) und die Su-30(öffnet im neuen Fenster) sind Weiterentwicklungen der Sukhoi Su-27 Flanker aus den 1980er Jahren.
Beide werden sowohl als Jäger als auch für Luftangriffe eingesetzt. Außerdem verfügen beide Flugzeuge über eine Schubvektorsteuerung. Die Triebwerksdüsen ihrer Saturn-Triebwerke sind um zwei Achsen schwenkbar(öffnet im neuen Fenster) .
Das macht die russischen Jets extrem wendig. Sie können mit unorthodoxen Manövern anfliegenden Raketen ausweichen und sich im Luftkampf auch gegen kleinere und wendigere Kampfflugzeuge behaupten.
Deutlicher Vorteil gegenüber ukrainischen Kampfjets
Beide verfügen über weit reichende Radargeräte, Infrarot- und Restlichtsensoren sowie passive Sensoren, mit denen sie gegnerische Suchradars erkennen und orten können. Hinzu kommen Datalinks zu Bodenstationen und anderen Flugzeugen.
Insgesamt verschafft ihnen das einen deutlichen Vorteil gegenüber ukrainischen Kampfjets. Auch die Bekämpfung von Marschflugkörpern ist kein Problem.
Die Su-35 ist ein Einsitzer. Die ersten Varianten waren reine Jäger, aber die neueste Version Su-35S kann auch Bodenziele bekämpfen(öffnet im neuen Fenster) .
Russland verfügt über eines der modernsten Kampfflugzeuge
Russland setzt die Flugzeuge als Jäger, Jagdbomber und zur Bekämpfung feindlicher Radarstellungen ein. Das Flugzeug ersetzt die ältere Su-27 und wurde zunächst nur in kleiner Zahl gebaut.
Als es technische Probleme mit der Entwicklung des Stealth-Jägers Su-57(öffnet im neuen Fenster) gab, rüstete man die Su-35 mit Sensoren und Elektronik aus dem Su-57-Programm aus. Das macht das Flugzeug zu einem der gegenwärtig wohl modernsten Kampfflugzeuge überhaupt.
Die Su-30 ist ein zweisitziges Mehrzweckkampfflugzeug, das Russland in mehreren Versionen baut und auch exportiert. Bei der russischen Luftwaffe und der Marineluftwaffe fliegt die Version Su-30SM, außerdem noch eine kleine Zahl reiner Su-30-Allwetterjäger, die in den 1990ern geliefert wurden. Die Su-30SM-Maschinen dienen in der Regel als Jagdbomber. Bei Bedarf bekämpfen sie aber auch ukrainische Kampfflugzeuge und Marschflugkörper. Für die neuen Neptun- und Flamingo-Lenkwaffen sind sie gefährliche Gegner.