Lenkbomben mit größerer Reichweite
Neu im ukrainischen Arsenal sind außerdem Extended-Range-Attack Munition-Lenkwaffen aus den USA(öffnet im neuen Fenster) . Die ersten ERAMs wurden im Oktober geliefert.
Geplant sind bis zu 3.500 dieser Lenkbomben. ERAM ist eine Kombination aus einer herkömmlichen 227-kg-Fliegerbombe und einem Anbausatz mit Flügeln und Elektronikeinheit. Sie wird von Kampfflugzeugen abgeworfen und erzielt Reichweiten zwischen 280 und 450 km, je nach Flughöhe und Flugbahn. Sie erreicht Geschwindigkeiten um 0, 6 Mach. Die Navigation beruht auf GPS-Daten.
ERAM wurde seit Juli 2024 von den beiden US-Firmen Coaspire und Zone 5 Technologies entwickelt. Ziel war ein preiswerter und leicht herzustellender Flugkörper.
Die Firmen wollen 83 Gleitbomben pro Monat produzieren, das wären 996 Bomben pro Jahr. ERAM hat eine größere Reichweite als die bisher an die Ukraine gelieferten Lenkbomben. Sie soll es der ukrainischen Luftwaffe leichter machen, Ziele hinter der Front wie Kommandoposten, Depots, Artillerie- oder Raketenstellungen zu treffen.
Allerdings ist die ukrainische Militärführung auch beim Einsatz dieser Waffen nicht autonom. Ziele für ERAM müssen vom US-Militär genehmigt werden, ebenso Ziele für die ATACMS-Raketen.
Für ihre neuen Marschflugkörper braucht die Ukraine wie in der Vergangenheit Zugriff auf westliche Zieldaten. Unter US-Präsident Joe Biden war das wenig problematisch – er gab zuletzt sogar den Einsatz von ATACMS gegen Ziele tief im russischen Hinterland frei.
Sein Nachfolger Donald Trump hatte Anfang März seine Unterstützung zunächst komplett eingestellt. Die Ukraine bekam keine nachrichtendienstlichen Informationen, Aufklärungsergebnisse und Zieldaten mehr. Eine Woche später, am 11. März, ließ er die Übermittlung von Informationen teilweise wieder aufnehmen. Zielkoordinaten für Langstreckenwaffen lieferten die USA dann im Oktober wieder.
Russland passt sich immer wieder an
Erst am 22. Oktober 2025 gab Trump den Einsatz dann doch wieder frei(öffnet im neuen Fenster) . Bei der Zielauswahl haben die Amerikaner weiterhin das letzte Wort.
Wie die neuen Waffen im ukrainischen Arsenal den Verlauf des Krieges beeinflussen, wird einmal davon abhängen, wie viele tatsächlich geliefert werden. Zum anderen hängt der Erfolg oder Misserfolg auch davon ab, wie effektiv die russische Luftverteidigung ist.
Sie konnte sich bislang immer wieder an neue Waffensysteme anpassen, ATACMS und Gleitbomben abschießen und die GPS-gestützte Navigation stören.