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Ukraines Roboter-Offensive: 25.000 Bodenroboter für die Front

Die Ukraine will die Frontlogistik vollständig automatisieren – 25.000 unbemannte Bodenfahrzeuge sollen allein im ersten Halbjahr 2026 bestellt werden.
/ Michael Linden
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Minenräumroboter Zmiy (Bild: Ukrainisches Verteidigungsministerium)
Minenräumroboter Zmiy Bild: Ukrainisches Verteidigungsministerium

Die Ukraine will verstärkt auf unbemannte Bodensysteme (UGV) setzen. Bereits heute übernehmen solche Fahrzeuge in der ukrainischen Gefechtsführung wichtige Aufgaben – vor allem in der Versorgungslogistik und bei der Evakuierung Verwundeter. Allein im März 2026 sollen mehr als 9.000 Einsätze mit diesen Systemen durchgeführt worden sein, berichtet die Fachpublikation Hartpunkt(öffnet im neuen Fenster).

Das ukrainische Verteidigungsministerium beabsichtigt(öffnet im neuen Fenster), die gesamte Frontlogistik künftig durch UGV abwickeln zu lassen. Minister Mychajlo Fedorow führte dazu Gespräche mit Herstellern entsprechender Systeme. Für das erste Halbjahr 2026 plant das Ministerium die Bestellung von insgesamt 25.000 unbemannten Bodenplattformen – das entspräche einer Verdoppelung des Beschaffungsvolumens gegenüber dem Gesamtjahr 2025. Bereits jetzt wurden 19 Verträge mit einem Gesamtvolumen von rund 11 Milliarden Hrywnja abgeschlossen, was umgerechnet etwa 210 Millionen Euro entspricht.

Selenskyj bezifferte die Gesamtzahl der UGV-Missionen auf mehr als 22.000 in drei Monaten(öffnet im neuen Fenster) – nach internen ukrainischen Daten sogar 24.500 allein im ersten Quartal 2026. Im November 2025 nutzten 67 Brigaden UGVs, im Frühjahr 2026 waren es 167.

280 Unternehmen, 550 Systemlösungen

Der Markt für unbemannte Bodenfahrzeuge in der Ukraine entwickelte sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges erheblich. Laut Ministeriumsangaben existieren inzwischen mehr als 280 Unternehmen mit über 550 verfügbaren Systemlösungen. Unterstützt wird dieses Ökosystem durch die Innovationsplattform Brave1(öffnet im neuen Fenster), über die bislang 175 Förderprogramme aufgelegt wurden.

Neben Logistik- und Evakuierungsplattformen würden auch Systeme zum Verlegen und Räumen von Minen, bewaffnete Bodenplattformen sowie automatisierte Waffentürme zur Abwehr von Luftzielen entwickelt, heißt es in Hartpunkt. Letztere sollen bereits ihre Wirksamkeit gegen russische Angriffsdrohnen mit Strahlentriebwerken unter Beweis gestellt haben.

Fernsteuerungen sind nicht neu

Die grundsätzliche Idee, Fahrzeuge im Krieg ohne Fahrer einzusetzen, ist schon sehr alt. Sogar im zweiten Weltkrieg wurden von der Wehrmacht verschiedene, einfache Systeme verwendet. Die bekanntesten ferngesteuerten Fahrzeuge waren die Goliath-Ladungsträger(öffnet im neuen Fenster) (offiziell: Sd.Kfz. 302/303). Dabei handelte es sich um einen kabelgesteuerten Sprengladungsträger, der zur Zerstörung von Bunkern, Brücken oder Panzern eingesetzt wurde. Es gab auch den Borgward IV(öffnet im neuen Fenster) (B IV, Sd.Kfz. 301) – ein etwas größeres, ferngesteuertes Fahrzeug, das ebenfalls Sprengladungen transportieren konnte.

Diese Bodensysteme gibt es in der Ukraine

Das Spektrum reicht vom winzigen Ratel S(öffnet im neuen Fenster) – ein 60 Zentimeter langes Kamikaze-Fahrzeug mit 40 Kilogramm Sprengstoff für 2.500 US-Dollar – bis zum Protector(öffnet im neuen Fenster), einem Lkw-großen 4x4-System mit 190-PS-Dieselmotor, 12,7-mm-Waffenstation und einer Reichweite von 500 Kilometern. Dazwischen rangieren Systeme wie der modulare Kettenroboter Termit(öffnet im neuen Fenster) mit 800 bereits produzierten Einheiten, der Evakuierungsroboter Ardal(öffnet im neuen Fenster) mit inzwischen integrierter Burya-Waffenstation(öffnet im neuen Fenster), der per Gaming-Konsole gesteuerte Rys Pro(öffnet im neuen Fenster) sowie der Zmiy Droid 12,7(öffnet im neuen Fenster) mit KI-gestützter Zielerkennung, der eine Feuerstellung 45 Tage ununterbrochen hielt.


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