Ukrainekrieg: USA wollen große Kampfdrohnen liefern

Die Ausrüstung mit dem Nachfolger der bekannten Predator-Drohnen bedeutet gleich drei Revolutionen in der Kriegsführung mit Drohnen.

Artikel von Matthias Monroy veröffentlicht am
Eine MQ-1C beim Militär der Vereinigten Staaten
Eine MQ-1C beim Militär der Vereinigten Staaten (Bild: US-Armee)

Die US-Regierung will der Ukraine in den kommenden Tagen vier bewaffnete Drohnen vom Typ MQ-1C Gray Eagle liefern und auch die Ausbildung der Piloten und Bediener übernehmen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters in einem Exklusivbericht unter Berufung auf drei verschiedene Quellen.

Inhalt:
  1. Ukrainekrieg: USA wollen große Kampfdrohnen liefern
  2. Erstmals Einsatz zur Landesverteidigung

Vor einer öffentlichen Ankündigung der Waffenlieferung werde aber der Kongress darüber informiert, sagte ein US-Beamter der Agentur. Ein Sprecher des Weißen Hauses kommentierte indes auf Anfrage von Reuters, es gebe "nichts zu verkünden".

Älteste Drohne des US-Militärs

Die MQ-1C ist eine Weiterentwicklung der MQ-1, der ältesten US-Drohne der Luftwaffe, die als Predator (Raubtier) bezeichnet wird. Es handelt sich um eine Langstreckendrohne für Flüge in Höhen bis zu 15 Kilometern. Luftfahrzeuge dieser Kategorie werden mit Medium Altitude Long Endurance (MALE) klassifiziert. Sie kann bis zu 30 Stunden in der Luft bleiben.

Im US-Militär werden die vom Rüstungskonzern General Atomics hergestellten Drohnen MQ-1C vom Heer geflogen. Ihre Bewaffnung erfolgt gewöhnlich mit bis zu acht Luft-Boden-Raketen vom Typ Hellfire (Höllenfeuer), die für die Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge optimiert sind. Sie können per Laser ins Ziel gesteuert werden.

Bewaffnung mit Hellfire-Raketen

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Auch gegen Russland soll die Gray Eagle (Grauer Adler) mit Hellfire-Raketen bewaffnet werden, hätten "drei mit der Situation vertraute Personen" gegenüber Reuters erklärt. Der Export der Lenkwaffen wird laut Reuters über eine sogenannte Presidential Drawdown Authority erfolgen.

Die Klausel in der Verfassung erlaubt dem Präsidenten, in einem "unvorhergesehenen Notfall" die Entscheidung über eine sofortige Verbringung von Waren und Dienstleistungen ohne Zustimmung des Kongresses.

Die Lieferung der Drohnen soll aus der kürzlich verabschiedeten 40-Milliarden-Dollar-Initiative finanziert werden. Auch die Ausbildung der Piloten, Sensor- und Waffenbediener würde darüber übernommen.

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Ausbildung in nur wenigen Wochen

Normalerweise dauert die Ausbildung an dem US-Drohnensystem mehrere Monate, zitiert Reuters den Drohnenexperten Dan Gettinger. Für die Lieferung an die Ukraine habe das US-Verteidigungsministerium jedoch einen Plan ausgearbeitet, bereits erfahrenes ukrainisches Bediener- und Wartungspersonal in nur wenigen Wochen zu trainieren.

Der Plan zum Verkauf der MQ-1C soll im Pentagon "seit mehreren Wochen" geprüft worden sein. Der Verkauf könnte aber noch vom Kongress blockiert werden. Die drei anonymen Quellen sprachen gegenüber Reuters vom "Risiko einer politischen Kehrtwende in letzter Minute".

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Erstmals Einsatz zur Landesverteidigung 
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Niaxa 06. Jun 2022 / Themenstart

Da hast du schon recht, nur war eben genau das, in den letzten Jahren nie der Fall. Putin...

Sharra 03. Jun 2022 / Themenstart

Übergewichtige. Zu Fett zum laufen, und ohne Schuhsohlen.

klink 03. Jun 2022 / Themenstart

Die MQ-1C wird genauso schnell abgeschossen sein wie die Bayraktar Drohnen. Selbst...

Pirx1 02. Jun 2022 / Themenstart

oder was soll uns der Artikel sagen? Gut, die Daten zu den Drohnen sind interessant.

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