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Ukrainekrieg: SAP steigt ganz aus Russland aus

Nach einem Teilrückzug im März will SAP sein Geschäft in Russland nun ganz einstellen. Wann genau es soweit ist, bleibt vorerst unklar.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
SAP weitet seine Sanktionen gegen Russland nach Kritik weiter aus. (Bild: SAP)

SAP will sich nun doch ganz von seinen Geschäften in Russland zurückziehen. Das kündigte das Unternehmen am Dienstag an. Auf Nachfrage bestätigte ein Unternehmenssprecher Golem.de, dass es sich tatsächlich um einen vollständigen Rückzug vom russischen Markt handle.

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Einen genauen Zeitplan gibt es für diesen Rückzug noch nicht, da SAP erst rechtliche Verpflichtungen prüft. Perspektivisch wird nun auch die bisher nicht von den Sanktionen betroffene Wartung und der Support von On-Premise-Produkten eingestellt. Von Kunden selbst betriebene Server können von denen aber weiterhin genutzt werden.

"Wir prüfen derzeit verschiedene Optionen, wie sich diese Entscheidung umsetzen lässt", schreibt SAP. "Das Hauptaugenmerk liegt dabei darauf, dass wir unseren rechtlichen Verpflichtungen gegenüber nicht-sanktionierten Kunden in jedem Fall weiter nachkommen." Das Unternehmen betonte erneut, dass die Daten in SAPs Rechenzentran nicht dem Unternehmen, sondern seinen russischen Kunden gehören würden.

SAP beschäftigt in Russland mehr als 1.000 Mitarbeitende. Was mit diesem Team passiert, ist noch unklar. "Während wir unseren Betrieb in Russland herunterfahren, legen wir einen besonderen Schwerpunkt darauf, die Auswirkungen für unsere dortigen Mitarbeiter auf verantwortungsvolle Weise zu handhaben", schreibt SAP.

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Zuvor teils scharfe Kritik

Zuvor gab es teils scharfe Kritik an dem Teilrückzug aus Russland, nachdem bekannt geworden war, dass SAP russische Kunden vorab über die Schritte informierte. Hintergrund waren rechtliche und vertragliche Verpflichtungen.

Bereits am 25. März 2022, knapp einen Monat nach Beginn des Kriegs in der Ukraine, kündigte SAP einen teilweisen Rückzug aus Russland an. Es wurden keine Neukunden mehr aufgenommen, außerdem wurde eine Einstellung des Betriebs für Cloud-Produkte angekündigt. Dieser Ausstieg betraf alledings nicht die Wartung von On-Premise-Installationen.

"SAP ist weiter entschlossen, die Ukraine zu unterstützen", heißt es in der neuesten Pressemitteilung. Neben den geschäftlichen Sanktionen betont SAP seine humanitäre Finanzhilfe. Mittlerweile seien insgesamt 3,7 Millionen Euro gespendet worden.