Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Ukrainekrieg: Russland sperrt Internetseite der BBC und anderer Medien

Die Sperrungen von Medien gehen während des Ukrainekriegs immer weiter. Das trifft die BBC in Russland und russischsprachige Medien im Baltikum.
/ Sebastian Grüner , dpa
26 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Russland sperrt die BBC. Die Angebote sind aber weiter über Tor verfügbar. (Bild: Toby Melville/Reuters)
Russland sperrt die BBC. Die Angebote sind aber weiter über Tor verfügbar. Bild: Toby Melville/Reuters

Russland hat die Hauptseite der britischen BBC und anderer unabhängiger Medien im Land gesperrt. Die Maßnahme der Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor vom Mittwoch traf etwa 30 Internetseiten, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. "Ich denke, das ist nur der Anfang der Gegenmaßnahmen in dem vom Westen angezettelten Informationskrieg gegen Russland" , kommentierte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa die Sperrung des öffentlichen britischen Senders BBC.

Die russischsprachige Webseite der BBC ist seit Herbst 2019 aber auch über Tor verfügbar(öffnet im neuen Fenster) . Im Ukrainekrieg gebe es laut BBC-Generaldirektor Tim Davie ein große Bedürfnis nach unabhängigen Informationen. "Millionen Russen wenden sich der BBC zu" , sagte Davie zuvor. Um diesen Bedürfnis nachzukommen, hat die BBC auch Kurzwellensender reaktiviert .

Die Sperrung durch Roskomnadsor trifft auch das Recherchenetzwerk Bellingcat, das auch immer wieder Enthüllungsgeschichten über den Machtapparat in Moskau veröffentlicht hat. Blockiert wurde zudem die Homepage der russischen Zeitung Nowyje Iswestija, die seit 2016 nur noch online zu lesen ist, sowie eine russischsprachige israelische Nachrichtenseite. Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine vor gut drei Wochen wurden bereits mehrere unabhängige Medien gesperrt.

Estland und Lettland sperren russischsprachige Medien

In Estland und Lettland haben die nationalen Medienaufsichtsbehörden nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Zugang zu mehreren russischsprachigen Webseiten blockiert. Die Behörde für Verbraucherschutz und technische Regulierung (TTJA) in Tallinn wies Telekommunikationsanbieter am Mittwoch an(öffnet im neuen Fenster) , sieben Onlineangebote für ein Jahr zu sperren, die nach ihren Angaben Kriegspropaganda verbreiten und zu Hass aufwiegeln.

Mit ähnlicher Begründung hat im benachbarten Lettland der Nationale Rat für elektronische Massenmedien (NEPLP) bereits 71 Internetportale gesperrt. Deren Inhalte bedrohten direkt die nationale Sicherheit, sagte Behördenchef Ivars Abolins der lettischen Agentur Leta. Die Aufsichtsbehörden in Estland und Lettland hatten nach Russlands Invasion in die Ukraine bereits Sendeverbote gegen mehrere russischsprachige Fernsehsender verhängt. In den beiden baltischen EU- und Nato-Staaten leben größere russische Minderheiten.

Alle aktuellen Golem.de-Artikel zum Ukraine-Krieg finden sich in unserem Liveblog .


Relevante Themen