Ukrainekrieg: Russisches Militär baut Mobilfunkanlagen ab

Kyivstar-Chef Alexander Komarov berichtet über die Schwierigkeiten, das 4G-Mobilfunknetz im Krieg in der Ukraine weiter zu betreiben.

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Kyivstar, der größte Mobilfunkbetreiber der Ukraine, kämpfe seit dem russischen Angriff damit, dass Basisstationen abgeschaltet und vom Militär erbeutet werden. Das sagte Alexander Komarov, Chief Executive Officer von Kyivstar, laut einem Bericht von Bloomberg. Etwa 10 Prozent des Netzwerks würden deswegen nicht mehr funktionieren.

Beschäftigte seien getötet, vertrieben oder zum Militär einberufen worden, des Weiteren belasteten Cyberangriffe den Netzwerkbetrieb. Seit der russische Präsident Wladimir Putin den Angriff auf die Ukraine gestartet habe, sei Kyivstar einem "enormen Anstieg von DDoS- und einer noch größeren Zunahme von Phishing-Angriffen" ausgesetzt, berichtete Komarov in einem Videointerview mit Bloomberg aus Lugano, Schweiz, wo er an einer Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine teilnahm.

Ein Beschäftigter sei im Kiewer Vorort Bucha getötet worden. Ein weiterer werde seit Mai vermisst und ein dritter sei von den russischen Streitkräften festgenommen worden, erklärte Komarov. Mehr als 100 Techniker seien in die Armee eingezogen worden. Kyivstar hat 3.700 Mitarbeiter, über 48.000 Basisstationen und ein Glasfasernetz mit einer Gesamtlänge von 44.000 Kilometern.

Kyivstar und seine russischen Eigner

Man habe den Betrieb von Büros und Läden in den von Russland besetzten Gebieten eingestellt und Büros in Notunterkünfte umgewandelt, wohin etwa ein Viertel der Belegschaft aus Sicherheitsgründen vorübergehend umgezogen sei, berichtete Komarov.

Der Schaden durch "zerstörte Büros, Shops und Basisstationen" liege bei mehreren Milliarden Griwna, der Schaden in den besetzten Gebieten sei noch gar nicht zu beziffern. Eine Milliarde der ukrainischen Landeswährung entspricht 33,4 Millionen Euro.

Kyivstar ist eine Tochtergesellschaft des Mobilfunkunternehmens Veon, das 1992 als russische Vimpelcom in Moskau gegründet wurde. Heute ist Veon in den Niederlanden ansässig, hat laut einem Bericht der Kyiv Post vom Dezember 2018 aber mehrheitlich russische Eigner und bedient über 217 Millionen Kunden in neun Ländern.

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