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Neue Unterwasserdrohnen sind schwer zu erkennen

Die Toloka TLK 150 hat einen schlanken Rumpf, der sich unter der Wasseroberfläche befindet, wie das französische, auf Marinethemen spezialisierte Onlinenachrichtengebot Naval News berichtet. Angetrieben wird die Toloka von zwei Elektromotoren.

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Über Wasser ist nur eine Gondel mit Kamera und Kommunikationstechnik, vergleichbar dem Seerohr eines U-Bootes. Damit ist die TLK 150 sehr viel schwerer zu erkennen als die bisher genutzten unbemannten Schiffe. "Das macht Aufklärung und Bekämpfung wesentlich schwieriger", sagte Bruns.

Vorgestellt wurde sie von Brave1, einer ukrainischen Regierungsorganisation, die die Entwicklung neuartiger Waffensysteme fördert. Viel Sprengstoff wird die 2,50 Meter langen Toloka nicht tragen können. Es ist aber möglich, dass sie auch zu Aufklärungszwecken eingesetzt wird. Brave1 hat zudem zwei größere Entwürfe gezeigt: Die TLK-400 soll 4 bis 6 Meter, TLK-1000 sogar 12 Meter lang sein. Letztere verfügt über vier Motoren. Es ist jedoch unklar ist, ob diese beiden Modelle auch schon gebaut wurden.

Wo starteten die Drohnen?

Bemerkenswert ist die Entfernung, über die die Angriffe ausgeführt wurden: Sewastopol liegt an der Westseite der Krim. Zwischen dem Hafen und ukrainisch kontrolliertem Gebiet liegen mehr als 300 Kilometer Wasser. Bis zur Brücke von Kertsch sind es mehr als 1.300 Kilometer. Das übersteigt die Reichweite der Wasserdrohnen. Möglich ist, dass ein Mutterschiff sie ins Zielgebiet gebracht und ausgesetzt hat.

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Wie bei allen militärischen Konflikten seit der Jahrtausendwende sind auch in diesem solche unbemannten Systeme im Einsatz. So werden handelsübliche Drohnen wie die des chinesischen Marktführers DJI und sogar selbst gebaute zur Aufklärung an der Front und zur Unterstützung der Artillerie eingesetzt. Die ukrainische Seite nutzt dazu auch Drohnen des deutschen Unternehmens Quantum Systems aus Gilching bei München.

Zum Einsatz kommen aber nicht nur Aufklärungs-, sondern auch Kampfdrohnen. So erzielte die Ukraine beispielsweise mit der in der Türkei gebauten Kampfdrohne Bayraktar TB2 zu Anfang einige Erfolge.

Drohnen warten auf ein Ziel

Daneben wird auch Loitering Munition (etwa: herumlungernde Munition) genutzt. Das sind Kamikazedrohnen mit panzerbrechender Munition, die bis zu einer halben Stunde in der Luft bleiben können, um auf ein Fahrzeug oder ein anderes Ziel zu warten, in das sie gesteuert werden.

Loitering Munition gibt es auch auf See: Die US-Marine hat laut Naval News gerade acht solcher Drohnenboote in Dienst gestellt. Auch die Tolokas sollen über eine Schläferfunktion verfügen. Die TLK 150 soll bis zu drei Monate in einem Seegebiet auf ein geeignetes Ziel lauern können.

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