Ukrainekrieg: Klitschko-Fake mit Wiener Bürgermeister ist öffentlich
Die beiden russischen Videounterhalter Vladimir Kuznetsov und Alexey Stolyarov, bekannt unter ihren Spitznamen Vovan und Lexus, haben das gefälschte Telefongespräch mit dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig veröffentlicht. Das Video wurde vom Kanal Stars Save the Earth auf Youtube hochgeladen(öffnet im neuen Fenster). Im Video sprechen der Bürgermeister und der Gesprächspartner, der sich als Klitschko ausgibt, über ukrainische Kriegsgeflüchtete, das Putin-Regime und wie damit umgegangen wird.
Im Gespräch (auf Englisch) wird offensichtlich, wie stark die Russen den Wiener Bürgermeister ärgern und aus der Reserve locken wollen. "Vielleicht sind Sie ein prorussischer Bürgermeister?", fragt der Gesprächspartner."Sie wissen doch, wer Bandera ist? Deshalb ist es besser, den Russen zu zeigen, wer Sie sind und ein Bandera-Festival in der Wiener Staatsoper abzuhalten", begründet er. Ludwig reagiert merklich verwirrt auf die Aussagen und fragt, warum er in Klitschkos Augen einen pro-russischen Kurs einschlage. Er solle das Eigentum russischer Oligarchen in Wien doch an das ukrainische Volk abgeben. "Das würde uns helfen", sagt der Klitschko-Fälscher.
Der Bürgermeister verteidigt dabei Österreichs Haltung, keine Waffen an die Ukraine zu liefern. Das Land wolle weitgehend neutral bleiben und stattdessen humanitäre Hilfe leisten. Der falsche Klitschko will den Bürgermeister verleiten, den Satz "Hoch leben Vovan und Lexus" vor laufender Kamera zu zitieren. Ludwig reagiert sichtlich verwirrt und verhalten darauf und lädt Klitschko stattdessen zu einem Besuch in Wien ein. Zumindest können die beiden Russen ihn dazu verleiten, die ukrainische Flagge, die auf einem Standfuß auf dem Tisch steht, hochzuheben.
Giffey-Interview soll öffentlich gemacht werden
Im Gespräch ist kein Videomaterial des Gegenübers zu sehen. Im Juni 2022 wurde bekannt, dass die Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey auf eine Videofälschung hereingefallen sein soll. Offenbar wurden dabei Schnitte aus früheren Klitschko-Aufnahmen verwendet und nicht, wie zuvor vermutet, ein Gesichtstausch mittels Deepfakes.
Die Russen bestätigten der Berliner Zeitung(öffnet im neuen Fenster) bereits, auch das gefälschte Interview zwischen Vitali Klitschko, Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw und der SPD-Politikerin Franziska Giffey veröffentlichen zu wollen. Im Gespräch mit der Zeitung gaben sie an, dass europäische Persönlichkeiten meist einfach spannender seien als russische Pendants. "Franziska Giffey war für uns eine fast langweilige Person", sagen die Macher allerdings.
- Anzeige Hier geht es zu Deepfakes: The Coming Infocalypse bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

