Ukrainekrieg: Entwarnung für AKW Saporischschja nach Staudammzerstörung
Die Zerstörung eines Staudamms am Dnipro könnte sich auf die Kühlung des größten AKWs Europas auswirken. Die IAEA versucht zu beruhigen.
Nach der Zerstörung des südukrainischen Kachowka-Staudamms besteht laut Internationaler Atomenergiebehörde (IAEA) keine unmittelbare Gefahr für das nordöstlich gelegene Atomkraftwerk Saporischschja. "IAEA-Experten am Atomkraftwerk Saporischschja beobachten die Situation genau", teilte die Behörde am Dienstagmorgen auf Twitter mit. "Keine unmittelbare Gefahr am Kraftwerk." Auch ein Sprecher des russischen Atomkonzerns Rosenergoatom sagte der Agentur Interfax, das AKW sei nicht betroffen. Die Atomanlage ist infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine von russischen Truppen besetzt. Im vergangenen Jahr forderten 42 Staaten den Rückzug der Truppen.
Beide Kriegsparteien hatten am frühen Dienstagmorgen schwere Schäden am Staudamm sowie am Wasserkraftwerk von Nowa Kachowka im von Russland besetzten Teil des Gebiets Cherson gemeldet. Die Ukraine beschuldigte Russland, den Damm gesprengt und so eine mögliche Überschwemmungskatastrophe in Kauf genommen zu haben. Moskau wies das zurück und warf im Gegenzug ukrainischen Truppen vor, die Anlage beschossen zu haben. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Der Damm staut große Teile des Unterlaufs des Dnipro zum Kachowkaer Stausee. Das Atomkraftwerk Saporischschja, das direkt am Ufer des Flusses und des Stausees liegt, nutzt das vorhandene Wasser zur Kühlung. Mit einem Sinken des Wasserstands könnte das AKW mittel- bis langfristig von seinem Kühlwasser abgeschnitten werden. Allerdings verfügt das Atomkraftwerk auch über einen eigenen Kühlteich. Das AKW ist mit sechs Blöcken und einer Nettoleistung von 5.700 Megawatt das größte Atomkraftwerk Europas.
Die IAEA hilft mit technischer Expertise, Material und Personal beim Schutz der fünf ukrainischen Atomkraftwerke. Seit September sind IAEA-Experten permanent in Saporischschja stationiert. Sie werden alle paar Wochen ausgetauscht. An den Einsätzen waren bislang 23 Mitarbeiter beteiligt, wie Grossi vergangene Woche im Weltsicherheitsrat in New York berichtete.
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Die Minen sind aber nicht weg. Alte russische Minen liegen da jetzt nur völlig...
Nein, aber man kann dort wenigstens mit anderen Mitteln Wasser hinschaffen und das...