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Ukrainekrieg: Drohnenpiloten lenken Abfangjäger aus 2.000 Kilometern

Ukrainische Drohnenpiloten schießen russische Shaheds vom Hotelzimmer oder sogar aus dem Ausland ab. Entfernung spielt keine Rolle mehr.
/ Andreas Donath
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Shahed-Ausschaltung durch Sting-Abfangjäger (Bild: Wild Hornets)
Shahed-Ausschaltung durch Sting-Abfangjäger Bild: Wild Hornets

Die Ukraine erprobt eine neue Dimension des Drohnenkriegs: Piloten steuern Abfangdrohnen über verschlüsselte Verbindungen aus hunderten oder gar tausenden Kilometern Entfernung. Das ukrainische Unternehmen Wild Hornets meldete(öffnet im neuen Fenster), ein Pilot habe vom Hotelzimmer in Kyjiw zwei russische Shahed-Drohnen in 500 Kilometern Entfernung abgeschossen. Kurz darauf folgte der nächste Test – diesmal vom Ausland aus, rund 2.000 Kilometer entfernt. Das berichtete die Financial Times (FT)(öffnet im neuen Fenster).

Konnektivität ersetzt Funkreichweite

Frühe Abfangdrohnen waren auf Funkfrequenzen angewiesen, welche die Piloten in die Nähe des Geschehens zwangen und damit in Gefahr brachten. Neuere Systeme nutzen verschlüsselte Internetverbindungen und ermöglichen Fernsteuerung aus sicheren Standorten.

General Oleksandr Syrsky bestätigte der FT, dass Abfangdrohnen im März bereits rund 70 Prozent aller über Kyjiw abgeschossenen russischen Drohnen ausgemacht hätten.

Viele Drohnen, zu wenige Piloten

Die Ukraine hat ein Mengenproblem: Präsident Wolodymyr Selensky räumte ein, dass die Drohnenproduktion die Zahl ausgebildeter Piloten übersteige. Eine Fernsteuerung könnte diesen Engpass entschärfen. NGO-Mitgründerin Lyuba Shipovich skizzierte ein Szenario, in dem wenige Spezialisten in Kyjiw Abfangdrohnen aus Feldcontainern im ganzen Land koordinierten – je nach Flugbahn der angreifenden Drohnen. Hersteller Tenebris will die Ausbildungszeit mit seinem KI-gestützten System Bagnet auf wenige Wochen reduzieren.

Hunderte Drohnen gleichzeitig bleiben ein Problem

Abfangdrohnen sind nur eine Schicht im ukrainischen Luftverteidigungssystem. Russland greift zunehmend mit Schwärmen aus hunderten Drohnen gleichzeitig an, und ballistische Raketen können durch günstigere Systeme nicht abgewehrt werden. Die Ukraine baut derweil Einheiten auf, die russische Drohnenpiloten aufspüren und ausschalten sollen.


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