Ukrainekrieg: Drohnenmutterschiff setzt im Flug Kampfdrohnen ab

Das ukrainische Militär hat Aufnahmen der T10-Drohnenplattform Dovbush (öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht, die mehrere FPV-Drohnen (First Person View) unter ihren Flügeln trägt. Das System ermöglicht den Einsatz von bis zu sechs Kamikaze-Drohnen während eines einzigen Einsatzes und vergrößert damit die Reichweite dieser kleineren Angriffseinheiten.
Die T10-Plattform, die Ende 2022 zunächst als Aufklärungsdrohne eingeführt wurde, wurde über ihren ursprünglichen Zweck hinaus weiterentwickelt. Bei einem Stückpreis von etwa 12.000 US-Dollar verfügt die Drohne über eine Einsatzreichweite von nahezu 35 km.
Technische Innovationen in der modernen Kriegsführung
Die FPV-Drohnen werden kopfüber montiert und starten ihre Motoren vor dem Abwurf. Im Flug drehen sie sich automatisch und können dann von Piloten gesteuert werden.
Das T10-System hat eine Doppelfunktion. Die Mutterdrohne ist nicht nur Träger, sondern auch Signalrelaisstation. Damit wird eine der Hauptbeschränkungen von FPV-Drohnen beseitigt: ihre begrenzte Kommunikationsreichweite.
Bei GPS-Störversuchen kann die T10 Berichten zufolge auf Trägheitsnavigation umschalten und so die Mission fortsetzen. In welcher Anzahl die Ukraine die Drohnenträgerschiffe produzieren kann, ist nicht bekannt.
Fliegende Repeater für Kamikaze-Drohnen
Schon im März 2024 wurde bekannt , dass die Ukraine mir ihrer als Baba Jaga bekannten schweren Transportdrohne einen Quadcopter in der Luft absetzen kann. Diese zweite Drohne ist jedoch nicht mit einer Sprengladung ausgestattet, sondern trägt einen Repeater mit sich, der die Signalreichweite erhöht.
Das Ergebnis sei eine erhebliche Steigerung der Reichweite der ukrainischen Kamikaze-Drohnen, die so Ziele in einer Entfernung von bis zu 20 Kilometern treffen könnten, hieß es damals. Mit dieser neuen Fähigkeit sind sie den russischen BM-21-Mehrfachraketenwerfern und den meisten russischen Artilleriegeschützen ebenbürtig.



