Ukrainekrieg: Abfangdrohnen und Bodenfahrzeuge von deutschen Start-ups
Das deutsche Unternehmen Quantum Systems hat die Gründung von zwei weiteren Joint Ventures im Kontext der Initiative Build with Ukraine bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster).
Quantum Systems gründete bereits im Juli 2025 mit der ukrainischen Frontline Robotics das Joint Venture QFI, das an einem deutschen Standort die Mehrzweckdrohne Linza produziert. Nach Übergabe der ersten Charge am 1. April begann die Serienproduktion mit einer geplanten Stückzahl von 10.000 Drohnen jährlich.
Das neue Unternehmen Quantum WIY Industries (QWI) wird zusammen mit dem ukrainischen Unternehmen WIY Drones gegründet und soll sich auf Abfangdrohnen und Flugabwehrtechnik fokussieren – möglich geworden durch eine vorherige Investition von Quantum Systems in WIY Drones, die bereits 15.000 Abfangdrohnen vom Typ Strila an die Nationalgarde der Ukraine lieferten.
Das dritte Gemeinschaftsunternehmen, realisiert mit dem ukrainischen Partner Tencore, ist auf unbemannte Bodensysteme ausgerichtet.
Eigenentwicklung von Quantum Systems als Basis
Es baut auf einer Eigenentwicklung von Quantum Systems auf, die im Februar 2026 auf der Fachmesse Enforce Tac in Nürnberg(öffnet im neuen Fenster) erstmals öffentlich gezeigt wurde: dem unbemannten Bodenfahrzeug Mandrill(öffnet im neuen Fenster). Dabei handelt es sich um ein elektrisch angetriebenes Radfahrzeug mit 1.190 Kilogramm Leergewicht, 3,70 Meter Länge und 750 Kilogramm Nutzlast. Das Fahrzeug ist mit zwei E-Motoren mit insgesamt 150 Kilowatt Leistung ausgerüstet. Die Akkus ermöglichen eine Reichweite von 200 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h.
Für die Navigation setzt der Mandrill auf KI-basierte Kartierungstechniken, die einen zuverlässigen Betrieb auch ohne GPS-Empfang ermöglichen, sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Zusätzlich kann das Fahrzeug Strom abgeben, etwa zum Aufladen von Drohnen im Einsatzgebiet.
Das Einsatzspektrum reicht von optischer Aufklärung über Logistik und Verwundetentransport bis hin zu elektronischer Kriegsführung sowie dem autonomen Start und der Bergung von Drohnen. Quantum Systems arbeitet zudem bereits an einer ganzen Fahrzeugfamilie, von leichtere Kettenfahrzeugen bis zu schwereren Systemen.
Hendrik Kramer, bei Quantum Systems verantwortlich für den Bereich Land, sagte, die Zukunft der Verteidigung sei"multidomain", Ziel sei es, operative Erfahrungen aus der Ukraine mit industriellen Fähigkeiten zu verbinden.
Parallel dazu unterzeichnete das Start-up Auterion ebenfalls einen Liefervertrag über Tausende Drohnen(öffnet im neuen Fenster), entwickelt gemeinsam mit dem ukrainischen Partner Airlogix. Das Unternehmen baut derzeit eine Fertigungsanlage nahe München auf, ein weiteres Werk in Ostdeutschland ist in Planung.
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