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Ukraine und Palantir: Entwicklung einer KI zur Drohnenabwehr geplant

Die Ukraine und der US-Datenspezialist Palantir wollen ihre Zusammenarbeit bei KI-gestützter Kriegsführung ausbauen.
/ Andreas Donath
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Visualisierung einer Shahed 136 (Bild: Ukrainisches Verteidigungsministerium)
Visualisierung einer Shahed 136 Bild: Ukrainisches Verteidigungsministerium

Nach einem Treffen zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und Palantir-Chef Alex Karp am Dienstag hat die Ukraine bestätigt, die Kooperation mit dem US-Datenanalyseunternehmen zu vertiefen. Selenskyj bezeichnete Palantir auf X(öffnet im neuen Fenster) als "renommiertes globales Unternehmen mit großem Potential". Konkrete Schritte nannte er nicht.

Die Partnerschaft besteht bereits seit einiger Zeit. Gemeinsam setzten beide Seiten das Projekt Brave1 Dataroom(öffnet im neuen Fenster) auf, das auf Kampfdaten basiert, die seit der russischen Invasion 2022 gesammelt wurden. Ziel ist die Entwicklung einer KI zur Drohnenabwehr. Wie einsatzbereit das System bereits sei, blieb offen.

Auswertung von Luftangriffen und Geheimdienstdaten

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erklärte auf X(öffnet im neuen Fenster), Technologie und Datenanalyse hätten direkte Auswirkungen auf das Kampfgeschehen. Mehr als 100 Unternehmen trainierten demnach rund 80 Modelle zur Erkennung und zum Abfangen von Luftzielen.

In Zusammenarbeit mit Palantir soll die Ukraine zudem ein System zur detaillierten Analyse von Luftangriffen entwickelt haben, das Angriffsmuster auswertet und die Reaktionsfähigkeit der Luftabwehr verbessern soll.

Darüber hinaus seien KI-Lösungen implementiert worden, die große Mengen an Geheimdienstdaten verarbeiten können. Diese sollen nach ukrainischen Angaben bereits in die Planung von Operationen tief im russischen Hinterland eingeflossen sein. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Aussagen nicht.

Palantir arbeitet seit Jahren mit Geheimdiensten und Militärbehörden in den USA, Großbritannien und weiteren Ländern zusammen. Die Ukraine scheint für das Unternehmen ein Umfeld zu sein, in dem sich seine Systeme unter realen Kriegsbedingungen erproben lassen.

Der Autor meint dazu

Der zunehmende Einsatz kommerzieller KI-Systeme in einem aktiven Konflikt wirft grundlegende Fragen auf – etwa zur Nachvollziehbarkeit automatisierter Entscheidungen und zur Verantwortung bei Fehlern. Was in der Ukraine erprobt wird, dürfte von Rüstungsunternehmen und Militärplanern weltweit genau beobachtet werden. Welche Systeme sich als praxistauglich erweisen und welche nicht, könnte die Entwicklung militärischer KI auf Jahre hinaus prägen.


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