Ukraine: Russland schickt Nukleararbeiter an Europas größtes AKW

Bei der Einnahme des Kernkraftwerks Saporischschja in der Ukraine kam es zum Brand. Nun sollen russische Arbeiter täglich Berichte erhalten.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Im Kernkraftwerk Saporischschja sollen nun auch russische Nukleararbeiter tätig werden.
Im Kernkraftwerk Saporischschja sollen nun auch russische Nukleararbeiter tätig werden. (Bild: Ralf1969, Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0)

Russische Behörden haben Nuklearspezialisten in das ukrainische Atomkraftwerk im südöstlich gelegenen Saporischschja geschickt. Die acht Vertreter von Rosenergoatom, das zum russischen Staatskonzern Rosatom gehört, fordern von der Stationsleitung tägliche Berichte zu "vertraulichen Fragen" in Bezug auf den Betrieb des AKW, heißt es in einer Erklärung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vom Freitag unter Berufung auf ukrainische Behörden.

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Demnach wird das Kernkraftwerk weiterhin von ukrainischem Personal betrieben, aber von russischen Streitkräften kontrolliert. Russische Truppen hatten die Anlage nach einem schnellen Vormarsch am 4. März besetzt. Dabei kam es auch zu einem Brand. Laut IAEA beeinträchtigte der Brand aber keine wesentliche Ausrüstung und das Werkspersonal traf Abhilfemaßnahmen. Den Angaben nach arbeiten die ukrainischen Mitarbeiter "unter unglaublichem Druck".

Das Kernkraftwerk Saporischschja ist nicht nur das größte der Ukraine, sondern auch das größte Kernkraftwerk Europas. Es gilt als strategisch besonders wichtig, weil damit ein großer Teil des Stroms der Ukraine erzeugt wird, ein Weiterbetrieb ist also essenziell für die Versorgung der Menschen dort.

IAEA ist besorgt

IAEA-Leiter Rafael Grossi hatte sich wiederholt besorgt über die Sicherheit der ukrainischen Atomkraftwerke gezeigt. Er war bereits im März in die Ukraine gereist und hatte mit Mitarbeitern des Atomkraftwerks Süd-Ukraine gesprochen.

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Russische Truppen hatten zuvor auch die Atomanlage Tschernobyl besetzt, sich Ende März aber zurückgezogen. Nach dem Abzug gab es Berichte, dass sich russische Soldaten in dem Gebiet Strahlenschäden zugezogen haben könnten. Der Kontakt zur Anlage in Tschernobyl war rund zwei Monate lang unterbrochen. Inzwischen hätten Techniker die Überwachungssysteme aufgerüstet und die Fernübertragung schrittweise wiederhergestellt, so die IAEA. In der Ukraine sind aktuell vier Atomkraftwerke mit 15 Blöcken in Betrieb.

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