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Ukraine: Russland macht Handyortung für Angriff verantwortlich

Bei einem Raketenangriff in Makijiwka starben zahlreiche russischen Soldaten. Die russische Führung macht deren Handynutzung verantwortlich.
/ Sebastian Grüner
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Aufräumarbeiten nach dem Beschuss in Makijiwka. (Bild: REUTERS)
Aufräumarbeiten nach dem Beschuss in Makijiwka. Bild: REUTERS

Nach dem ukrainischen Raketenangriff in Makijiwka im Donbass hat das russische Verteidigungsministerium die offizielle Zahl der dabei getöteten Soldaten inzwischen auf 89 nach oben korrigiert. Für deren Tod machen russische Offizielle die Soldaten indirekt selbst verantwortlich. Generalleutnant Sergej Sewrjukow sagte demnach Journalisten in Moskau(öffnet im neuen Fenster) , dass die eigentlich verbotene Nutzung von Mobiltelefonen in der Neujahrsnacht zu dem Angriff geführt habe.

Die Ukraine nennt für den Raketenangriff auf eine russische Militärunterkunft 400 Tote und 300 Verletzte. Die Militärunterkunft ist mit einem Mehrfachraketenwerfer (Himars) US-amerikanischer Bauart beschossen worden. Bei den bisher durch Russland bestätigten Toten handelt es sich um die höchste Zahl seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im vergangenen Jahr.

Schon bald nach Bekanntwerden der hohen Zahl an Toten sah sich die russische Militärführung ungewöhnlich starker öffentlicher Kritik durch Politiker und russische Kriegsberichterstatter ausgesetzt(öffnet im neuen Fenster) . So wurden etwa auch interne Untersuchungen gefordert. Sewrjukow bestätigte, dass inzwischen eine Kommission den Vorfall überprüfen.

Darüber hinaus heißt es aber auch, es sei "offensichtlich" , dass die massenhafte Nutzung von Mobiltelefonen in Reichweite von ukrainischen Waffen zu dem Angriff geführt habe. So habe der Standpunkt der Militärunterkunft durch eine Ortung bestimmt werden können. Tatsächlich ist es möglich, etwa GSM-Signale per Triangulation über verschiedene Funkzellen zu orten, dafür müssen die SIM-Karten der Telefone auch nicht zwingend in den Zellen angemeldet sein. Ob das ukrainische Militär das tatsächlich nutzte oder die russischen Offiziellen dies nur als leichte Erklärung präsentieren, ist unbekannt.


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