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Ukraine meldet Geländegewinne: Starlink-Sperre trifft russische Truppen hart

Seit SpaceX unregistrierte Starlink-Terminals vom Netz getrennt hat, meldet die Ukraine die größten Geländegewinne seit 2023 – und Russland erprobt eine neue Technik.
/ Andreas Donath
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Starlink-Antenne in der Ukraine (Bild: Asuyoshi Chiba/AFP via Getty Images)
Starlink-Antenne in der Ukraine Bild: Asuyoshi Chiba/AFP via Getty Images

Die Ukraine hat zwischen dem 11. und 15. Februar 2026 nach Angaben des amerikanischen Thinktanks Institute for the Study of War (ISW) rund 201 Quadratkilometer Territorium zurückerobert(öffnet im neuen Fenster).

Das wären die umfassendsten ukrainischen Rückeroberungen seit Beginn der Gegenoffensive im Juni 2023. Ob ein Kausalzusammenhang mit der gleichzeitigen Starlink-Sperrung für russische Einheiten besteht, lässt sich nicht abschließend belegen. Die zeitliche Koinzidenz ist jedoch auffällig.

Der Hintergrund: SpaceX begann Ende Januar und Anfang Februar, unregistrierte Starlink-Terminals auf dem Gebiet der Ukraine vom Netz zu trennen.

Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte zuvor mit Elon Musk, dem SpaceX-Chef, Kontakt aufgenommen, nachdem russische Drohnen mit Starlink-Antennen über ukrainischen Städten geortet worden waren.

Musk bestätigte die Maßnahme via X(öffnet im neuen Fenster) mit dem Hinweis, es seien Schritte unternommen worden, um die nicht autorisierte Nutzung durch Russland zu unterbinden.

Wie kam Russland überhaupt an Starlink?

Russische Einheiten sollen sich die Terminals über Drittländer beschafft haben, darunter waren Händlernetzwerke in Dubai und Zentralasien. Al Jazeera berichtete(öffnet im neuen Fenster), dass die Geräte in Drohnen eingebaut wurden, um ukrainische Störsysteme zu umgehen, Ziele tief im Hinterland anzusteuern und Videodaten in Echtzeit zu übertragen. Auch die Koordination zwischen Fronteinheiten und rückwärtigen Führungsstäben soll über Starlink erfolgt sein.

Technisch setzt die Sperrung auf ein Whitelist-System auf: Wie tarnkappe.info erläutert(öffnet im neuen Fenster), meldet sich jedes Starlink-Terminal mit einer einzigartigen ID im System an. Gibt es keine gültige Registrierung, helfen weder ein Reset noch eine Neuausrichtung der Antenne.

Seit dem 4. Februar 2026 werden alle nicht verifizierten Terminals automatisch vom Netz getrennt, die Whitelist wird seither täglich aktualisiert.

Kommunikationsprobleme an der Front nach dem Abschalten

Prorussische Militärkanäle meldeten kurz nach der Sperrung Verbindungsausfälle in mehreren Frontabschnitten. Bloomberg berichtete(öffnet im neuen Fenster), dass Beschwerden auf prorussischen Militärkanälen von ukrainischen und europäischen Diplomaten und Analysten als glaubwürdig eingestuft werden. Russische Einheiten seien nun damit beschäftigt, in aller Eile andere, weniger komfortable Kommunikationswege zu organisieren.

Ukraine nutzt Funkprobleme aus

Das ISW stellte in seinen täglichen Lageberichten(öffnet im neuen Fenster) fest, dass ukrainische Gegenangriffe wahrscheinlich die gestörte russische Kommunikation ausnutzten. Einschränkend hält das Institut fest, dass sich die genaue Wirkung der Sperrung auf das Schlachtfeldgeschehen nur schwierig isolieren lasse. Andere Faktoren wie Wetterbedingungen, Truppenstärke, Versorgungslage spielten ebenfalls eine Rolle.

Denis Yaroslavsky, Kommandeur einer Aufklärungseinheit der 57. motorisierten Brigade, sagte der New York Post(öffnet im neuen Fenster), russische Angriffe hätten sich drei bis vier Tage nach der Sperrung spürbar reduziert. Er schätzte, dass Russland mindestens vier bis sechs Monate benötige, um funktionierende Alternativen zu entwickeln und zu skalieren.

Als möglichen Ersatz testete Russland die stratosphärische Plattform Barrage-1(öffnet im neuen Fenster). Das unbemannte Luftfahrzeug soll in bis zu 20 Kilometern Höhe operieren und 5G-Konnektivität liefern.

Das ISW verwies auf russische Militäranalysten(öffnet im neuen Fenster), die das System nicht als vollwertigen Ersatz für Starlink bewerteten. Ein einzelnes Fluggerät könne keine Flotte von Tausenden Satelliten in niedriger Umlaufbahn ersetzen.

Russland sucht Ersatz

Katja Muñoz von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) wies im Tagesspiegel darauf hin(öffnet im neuen Fenster), dass Russland in eine strategische Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter geraten sei – ähnlich wie die EU. Mittelfristig werde Russland den Ausfall wohl kompensieren können. Wie lange das dauert und welche Alternativen tatsächlich einsatzbereit werden, bleibe nach aktuellem Stand offen.

Der Kyiv Independent berichtete(öffnet im neuen Fenster), dass die Sperrung auch auf ukrainischer Seite temporär Probleme verursacht habe. Terminals, die nicht über offizielle Kanäle beschafft wurden – etwa über Freiwilligennetzwerke und Spendenaktionen -, mussten nachregistriert werden, bevor der Zugang wiederhergestellt wurde. SpaceX hat dafür ein zentrales Registrierungssystem eingerichtet.

Parallel laufen nach ukrainischen Geheimdienstangaben Versuche russischer Stellen, ukrainische Zivilisten unter Druck zu setzen, Terminals auf ihren Namen zu registrieren. Das ließ sich bislang nicht unabhängig verifizieren.


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