Kommunikationsprobleme an der Front nach dem Abschalten
Prorussische Militärkanäle meldeten kurz nach der Sperrung Verbindungsausfälle in mehreren Frontabschnitten. Bloomberg berichtete(öffnet im neuen Fenster) , dass Beschwerden auf prorussischen Militärkanälen von ukrainischen und europäischen Diplomaten und Analysten als glaubwürdig eingestuft werden. Russische Einheiten seien nun damit beschäftigt, in aller Eile andere, weniger komfortable Kommunikationswege zu organisieren.
Ukraine nutzt Funkprobleme aus
Das ISW stellte in seinen täglichen Lageberichten(öffnet im neuen Fenster) fest, dass ukrainische Gegenangriffe wahrscheinlich die gestörte russische Kommunikation ausnutzten. Einschränkend hält das Institut fest, dass sich die genaue Wirkung der Sperrung auf das Schlachtfeldgeschehen nur schwierig isolieren lasse. Andere Faktoren wie Wetterbedingungen, Truppenstärke, Versorgungslage spielten ebenfalls eine Rolle.
Denis Yaroslavsky, Kommandeur einer Aufklärungseinheit der 57. motorisierten Brigade, sagte der New York Post(öffnet im neuen Fenster) , russische Angriffe hätten sich drei bis vier Tage nach der Sperrung spürbar reduziert. Er schätzte, dass Russland mindestens vier bis sechs Monate benötige, um funktionierende Alternativen zu entwickeln und zu skalieren.
Als möglichen Ersatz testete Russland die stratosphärische Plattform Barrage-1(öffnet im neuen Fenster) . Das unbemannte Luftfahrzeug soll in bis zu 20 Kilometern Höhe operieren und 5G-Konnektivität liefern.
Das ISW verwies auf russische Militäranalysten(öffnet im neuen Fenster) , die das System nicht als vollwertigen Ersatz für Starlink bewerteten. Ein einzelnes Fluggerät könne keine Flotte von Tausenden Satelliten in niedriger Umlaufbahn ersetzen.
Russland sucht Ersatz
Katja Muñoz von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) wies im Tagesspiegel darauf hin(öffnet im neuen Fenster) , dass Russland in eine strategische Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter geraten sei – ähnlich wie die EU. Mittelfristig werde Russland den Ausfall wohl kompensieren können. Wie lange das dauert und welche Alternativen tatsächlich einsatzbereit werden, bleibe nach aktuellem Stand offen.
Der Kyiv Independent berichtete(öffnet im neuen Fenster) , dass die Sperrung auch auf ukrainischer Seite temporär Probleme verursacht habe. Terminals, die nicht über offizielle Kanäle beschafft wurden – etwa über Freiwilligennetzwerke und Spendenaktionen -, mussten nachregistriert werden, bevor der Zugang wiederhergestellt wurde. SpaceX hat dafür ein zentrales Registrierungssystem eingerichtet.
Parallel laufen nach ukrainischen Geheimdienstangaben Versuche russischer Stellen, ukrainische Zivilisten unter Druck zu setzen, Terminals auf ihren Namen zu registrieren. Das ließ sich bislang nicht unabhängig verifizieren.
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