Ukraine-Krieg: Unterwasser-Drohnenangriff auf russisches U-Boot

Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU gibt an(öffnet im neuen Fenster) , mit einer ferngelenkten Unterwasserdrohne ein russisches U-Boot angegriffen zu haben. Die Operation habe im russischen Hafen von Noworossijsk am Schwarzen Meer stattgefunden.
Das Ziel war ein U-Boot der Projekt-636-Warschawjanka-Klasse, auch als verbesserte Kilo-Klasse bekannt. Nach Angaben des SBU handelt es sich um den weltweit ersten erfolgreichen Einsatz einer Unterwasserdrohne gegen ein Schiff.
Der SBU veröffentlichte ein Video, welches das U-Boot zusammen mit mehreren anderen Schiffen im Hafen zeigt. Dabei wurde offenbar eine Hafenkamera gehackt. Nach etwa 16 Sekunden im Video ist eine Explosion am U-Boot zu sehen. Ob die Torpedo-Fangnetze des Hafens geöffnet waren, nicht bis zum Meeresboden reichten oder die Drohne eine Öffnung abwartete, sei nicht bekannt, berichtete The War Zone(öffnet im neuen Fenster) .
Russland bestreitet allerdings, dass durch den Angriff Schäden entstanden seien. Das russische Verteidigungsministerium erklärte über Telegram(öffnet im neuen Fenster) , dass weder Schiffe noch U-Boote oder deren Besatzungen in Mitleidenschaft gezogen worden seien.
Entwicklung neuer Waffentechnologie
Im September 2023 stellte die Ukraine ein UUV namens Marichka(öffnet im neuen Fenster) vor, das für Angriffe auf Schiffe und maritime Infrastruktur konzipiert ist. Früher im selben Jahr wurde ein weiteres Modell namens Toloka angekündigt. Unterwasserfahrzeuge bieten den Vorteil, schwerer zu entdecken und zu zerstören zu sein.
Die ukrainischen Überwasserdrohnen zwangen die russische Schwarzmeerflotte bereits zum Rückzug aus der Krim nach Noworossijsk. Sie beschädigten zudem militärische Einrichtungen auf der besetzten Krim und die Kertsch-Brücke.
Laut SBU erlitt das U-Boot kritische Schäden und wurde außer Gefecht gesetzt. An Bord befanden sich vier Abschussvorrichtungen für Kalibr-Marschflugkörper, die Russland für Angriffe auf ukrainisches Territorium einsetzt.
Der Vorfall markiert den zweiten Angriff auf ein U-Boot dieser Klasse. Im September 2023 wurde das U-Boot Rostow am Don bei einem kombinierten Raketen- und Drohnenangriff auf Sewastopol im Dock schwer beschädigt(öffnet im neuen Fenster) .
Falls der aktuelle Angriff das U-Boot tatsächlich beschädigte, hätte Russland nur noch vier einsatzfähige Exemplare in der Schwarzmeerflotte. Der geschätzte Wert eines solchen U-Boots liegt bei etwa 400 Millionen US-Dollar.